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Lufthansa : Auch nach Streikende noch Flugausfälle möglich

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Streikende Mitarbeiter vergangenen Freitag auf dem Weg zur Lufthansa-Zentrale in Frankfurt. Bild: Helmut Fricke

Die Lufthansa gibt noch keine Entwarnung für Passagiere an diesem Samstag. Zwar haben die Flugbegleiter den Streik beendet, er brachte aber einiges durcheinander. Und könnte bald ohne Einigung sogar wieder aufleben.

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          Auch nach dem Ende der zweitägigen Streiks dürfte der Flugverkehr bei der Lufthansa nicht gleich flüssig laufen. Die Airline erwartet einige Flugabsagen und Verzögerungen, weil Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten sind. Man wolle aber so schnell wie möglich zum normalen Flugplan zurückkehren, sagte ein Sprecher.

          Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet zudem mit Andrang, da viele Passagiere wegen des Streiks der Flugbegleitergewerkschaft Ufo am Donnerstag und Freitag umgebucht hatten. Einige seien auf Samstag ausgewichen.

          Zugleich gibt es Hoffnung auf ein Ende des Tarifkonflikts für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter. Der Streik sei nach 48 Stunden sei der Ausstand vorbei, sagte eine Sprecherin der Lufthansa am frühen Samstagmorgen. Ufo und Lufthansa wollen nun über eine mögliche Schlichtung beraten. Beide Seiten haben aber striktes Stillschweigen zu Details vereinbart. Dem Vernehmen nach sollen die Gespräche am Sonntag an einem geheimen Ort beginnen. Man brauche die Vertraulichkeit, um schwierige juristische Fragen auszuräumen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. „Wenn wir schlichten, muss das Ganze juristischen Halt haben.“

          Am Freitag waren wie schon tags zuvor Hunderte Flüge ausgefallen, Zehntausende Reisende blieben am Boden. Die Ufo hatte die Lufthansa-Kerngesellschaft seit dem frühen Donnerstagmorgen bestreikt. Die Airline hatte daher insgesamt 1500 Flüge gestrichen und sprach von 200.000 betroffenen Passagieren.

          Ohne Einigung weitere Streiks möglich

          Die Lufthansa vollzieht mit den angepeilten Gesprächen mit Ufo eine Kehrtwende: Sie hatte über Monate dem Ufo-Vorstand die Vertretungsberechtigung abgesprochen und jegliche Verhandlungen abgelehnt. Ufo-Sprecher Nicoley Baublies hatte am Freitag gesagt, man hoffe am Wochenende auf eine Annäherung – und zugleich gedroht: „Wenn’s nicht klappt, müssen wir am Montag verkünden, dass es weitere Streiks gibt“.

          Die Ufo fordert höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die Frage, ob Ufo überhaupt Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

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