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Schlichtung gescheitert : British Airways wird bestreikt

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Schlichtung aussichtslos Bild: REUTERS

Das Kabinenpersonal hat mit seinen Streiks begonnen. Dreimal fünf Tage lang wollen die BA-Mitarbeiter gegen ihre Arbeitsbedingungen protestieren. Verhandlungen wurden zuvor unter Tumulten abgebrochen.

          Bei British Airways (BA) haben Mitarbeiter des Kabinenpersonals am Montagmorgen mit einem fünftägigen Streik begonnen. Die Fluggesellschaft ist nach eigenen Angaben auf die Arbeitsniederlegungen vorbereitet. Dennoch dürften auf dem Großflughafen London Heathrow wohl nur rund 60 Prozent der Langstrecken- und 50 Prozent der Kurzstreckenflüge angeboten werden. Auf den Flughäfen London Gatwick und London City ist dagegen nicht mit Ausfällen zu rechnen. Die Gewerkschaft hat insgesamt drei Streikwelle mit je fünf Tagen Dauer angekündigt.

          Die Gewerkschaft Unite hatte eine Schlichtung am Sonntag für gescheitert erklärt. Beide Seiten trafen sich nicht mehr, nachdem Tumulte ein Schlichtertreffen in der Nacht abrupt beendet hatten.

          Wütende Demonstranten hatten das Schlichtertreffen gestürmt. BA-Chef Willie Walsh musste von der Polizei aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht werden, teilte Scotland Yard mit. Das Gespräch sei unter chaotischen Umständen beendet worden, hieß es. Mitglieder der britischen Sozialistischen Arbeiterpartei verschafften sich Zutritt zur 23. Etage des Bürohochhauses. Mit Sprechgesängen störten sie die Sitzung, nachdem sie ihr Parteitreffen in der Nähe beendet hatten. Sie wollten sich mit der Aktion mit dem Kabinenpersonal solidarisieren.

          Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterpartei verschafften sich Zutritt zur 23. Etage des Bürohochhauses

          Furchterregende, aber gewaltfreie Szenen

          Bei der Schlichtung sollen sich beide Seiten angenähert haben. Ein Durchbruch sei greifbar nahe gewesen, sagte der BA-Konzernchef. Die Gewerkschaft versicherte, sie habe nichts mit der Stürmung zu tun. Die Polizei brachte etwa 100 Demonstranten aus dem Gebäude. Der Schlichter sprach von „furchterregenden“, aber gewaltfreien Szenen. Walsh sei nicht verletzt worden, teilte die Fluggesellschaft mit.

          BA kritisierte unterdessen heftig den Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Derek Simpson. Er soll die Gespräche im Internet live kommentiert haben. Beim Kurznachrichtendienst Twitter tauchten Kommentare unter seinem Namen auf. „Gespräche laufen noch... Immer noch zäh und Fortschritte hart erkämpft“, heißt es dort. „Streit über 8 gefeuerte Arbeiter.“ Walsh sagte, diese Kommentare hätten ihn „schockiert und verärgert“. Die Gewerkschaft teilte am Sonntag mit, sie sehe keine Chance auf eine Fortsetzung der Gespräche.

          Das Kabinenpersonal protestiert seit Monaten gegen weitere geplante Sparmaßnahmen und die Arbeitsbedingungen. Im März bescherten zwei Streiks BA Millionenverluste. Beide Seiten bemühen die Gerichte über die Zulässigkeit der Arbeitsniederlegungen. Ein weiterer Ausstand ist für je fünf Tage am 30. Mai und am 5. Juni geplant.

          British Airways machte im vergangenen Geschäftsjahr bis Ende März den höchsten Konzernverlust. Das Minus von 425 Millionen Pfund (derzeit rund 500 Mio Euro) verursachte vor allem der Rückgang der Passagierzahlen, die Wirtschaftskrise und der harte Winter.

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