https://www.faz.net/-gqe-6zonc

Schlecker : Verkaufsprozess stockt

  • Aktualisiert am

Renovierungsarbeiten: Der Schleckerverkauf verzögert sich (Foto: Filiale in Mainz am 29. März) Bild: dapd

Bis Pfingsten wollte der Insolvenzverwalter den Verkauf der Drogeriemarktkette abgewickelt haben. Doch daraus wird wohl nichts. Dafür geht Schlecker mitz massiven Preisnachlässen in die Offensive.

          1 Min.

          Der Verkaufsprozess der zusammengebrochenen Drogeriemarktkette Schlecker könnte sich länger hinziehen als geplant. Ursprünglich wollte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz bis Pfingsten einen neuen Investor präsentieren. „Aufgrund der großen Anzahl an Kündigungsschutzklagen setze ich jedoch ein großes Fragezeichen dahinter“, sagte Geiwitz den „Stuttgarter Nachrichten“.

          „Die Betriebsfortführung durch den Insolvenzverwalter könnte länger als geplant ohne Investor laufen, um die ersten Instanzen durchzufechten.“ Geiwitz zufolge haben alle vier Investoren, die derzeit die Büchern prüfen, inzwischen ein unverbindliches Angebot abgegeben.

          Insolvenzverwalter Geiwitz: Keine Mehrheitsbeteiligung für die Schlecker-Kinder

          Chancen für eine Mehrheitsbeteiligung von Lars und Meike Schlecker, den Kindern des Firmengründers Anton Schlecker, sieht der Insolvenzverwalter im künftigen Unternehmen nicht mehr. „Höchstens für eine Beteiligung von unter 25 Prozent“, machte er deutlich.

          Geiwitz kündigte zudem eine Preisoffensive an, um die Umsätze anzukurbeln. „In den nächsten Monaten werden wir in den Filialen massiv die Preise senken“, sagte er. Derzeit lägen die Umsätze deutlich unter dem Vergleichswert des Vorjahres. „Natürlich sind wir aktuell noch im Minusbereich, da wir von einer Auslieferungsquote von 45 Prozent kommen und die Regale und Läger wie leer gefegt waren“, sagte Geiwitz.

          Rabatte, Rabatte: Schlecker will eine weitere Preisoffensive starten

          Hintergrund sei, dass einige Lieferanten als Vorsichtsmaßnahme ihre Lieferungen, die ja nunmehr unversichert sind, begrenzt hätten. „Durch die Schließung der Läden haben die Lieferanten ihre Auslieferungsmenge jedoch nicht gekürzt, so dass wir pro Filiale jetzt mehr Waren zur Verfügung haben“, merkte er an.

          Im März konnte die insolvente Drogeriekette nach einem Bericht des „Focus“ mit ihrem Ausverkauf den Umsatz kurzfristig um rund zehn Prozent steigern. Mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes habe Schlecker in diesem Monat mit Sonderangeboten gemacht. Normalerweise liege der Anteil zwischen 25 und 35 Prozent. Ende März haben bundesweit mehr als 2000 Schlecker-Filialen geschlossen.

          Weitere Themen

          Das zweite Leben von Thomas Cook

          Tourismusunternehmen : Das zweite Leben von Thomas Cook

          Während andere darunter leiden, dass der Reisekonzern sie einfach hat sitzen lassen, geht es Thomas Cook in Indien blendend. Denn: Die Thomas Cook India Group hat mit seinem großen Namensvetter nicht mehr viel zu tun.

          Topmeldungen

          Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Mike Pence, wird nicht beim Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump kooperieren.

          Trump-Impeachment : Giuliani und Pence verweigern Kooperation

          Die beiden Vertrauten von Präsident Trump sehen sich durch die Verfassung geschützt und lassen eine Frist zur Vorlage von Dokumenten in der Ukraine-Affäre verstreichen. Den Amtsenthebungsprozess betrachtet Giulianis Anwalt als eine „verfassungswidrige, grundlose und illegitime Untersuchung“.
          Turki Al Sheikh fordert Leistung, sonst drohen Konsequenzen.

          Sportunternehmer : Der Fußballinvestor der Scheichs

          Turki Al Sheikh gilt als enger Vertrauter des saudischen Kronprinzen. In Ägypten setzte er mit dem FC Pyramids viel Geld in den Sand. Sein neues Projekt weckt mehr Hoffnung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.