https://www.faz.net/-gqe-8lv4o

Schiffbau : Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss wird verkauft

  • Aktualisiert am

Ein Küstenschutzboot für Saudi-Arabien liegt 2016 auf der Peene-Werft der Lürssen-Gruppe in Wolgast. Bild: dpa

Gemeinsamer Weg zweier Konkurrenten: Die Bremer Werft Lürssen übernimmt den Schiffsbauer Blohm+Voss aus Hamburg. 980 Beschäftigte sind betroffen.

          Die Bremer Werft Lürssen übernimmt den Hamburger Konkurrenten Blohm+Voss. Das teilte Lürssen am Mittwoch in
          Bremen mit. Betroffen seien in Hamburg 980 Beschäftigte, wie der NDR am Mittwoch berichtete.

          Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) äußerte sich bereits im NDR und sprach von einer wichtigen und guten Entscheidung. Er sehe in dem Verkauf die Möglichkeit, Arbeitsplätze am Werftenstandort Hamburg zu erhalten.

          Die Lürssen-Werft teilte mit, sie wolle mit der Übernahme ihr Leistungsspektrum von Reparatur- und Refit-Aktivitäten für Yachten, Marine- und kommerzielle Schiffe verstärken und das Neubaugeschäft von Marineschiffen innerhalb der Unternehmensgruppe abrunden. Man habe sich schon am vergangenen Wochenende mit dem bisherigen Eigentümer, dem Fonds des britischen Private-Equity-Investors Star Capital Partners verständigt. Über die Höhe des Kaufpreises sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Fonds der Star Capital  Partners hatten die Werft im Dezember 2011 von Thyssen-Krupp erworben.

          Kartellamt muss noch zustimmen

          „Mit Blohm+Voss übernehmen wir eine Werft, die über vielseitig einsetzbare Fazilitäten an einem strategisch günstigen Standort verfügt“, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG, Peter Lürßen. Zusätzlich wolle die Lürssen-Werft die Kompetenzen und Erfahrungen von Blohm+Voss im Neubau komplexer Marineschiffe nutzen, um deren Fertigung am Hamburger Standort fortzuführen. „Inwieweit wir den Standort zukünftig zur Fertigung von Yachten nutzen werden, wird vor allem von der Marktentwicklung abhängen und ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu beantworten.“

          „Mit Lürssen gewinnen wir einen langfristig engagierten, strategischen Eigentümer, der unser Unternehmen gemeinsam mit uns entwickeln und die Services in unseren Kernbereichen weiter ausbauen möchte“, erklärte Blohm+Voss-Vorstandschef Fred van Beers. Für Blohm+Voss stünden Kundenorientierung und Service an erster Stelle.

          Durch die Übernahme, die noch vom Kartellamt genehmigt werden muss, hätte die Unternehmensgruppe Lürssen künftig sechs hoch spezialisierte Werften mit rund 2800 Mitarbeitern in allen norddeutschen Küstenländern.

          Weitere Themen

          Schlecker-Kinder müssen ins Gefängnis

          Revision abgelehnt : Schlecker-Kinder müssen ins Gefängnis

          Zwei Jahre und sieben Monate müssen die Kinder des Drogeriekönigs Anton Schlecker einsitzen – ohne Bewährung. Daran konnte jetzt auch ein Antrag auf Revision nicht mehr rütteln.

          Topmeldungen

          Lars und Meike Schlecker im Jahr 2011 vor der damaligen Unternehmenszentrale der Schlecker-Kette in Ehingen.

          Revision abgelehnt : Schlecker-Kinder müssen ins Gefängnis

          Zwei Jahre und sieben Monate müssen die Kinder des Drogeriekönigs Anton Schlecker einsitzen – ohne Bewährung. Daran konnte jetzt auch ein Antrag auf Revision nicht mehr rütteln.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.