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Werft in der Krise : Kreuzfahrtschiff – oder Schrott?

Fast fertig und niemand will sie haben: Die „Global One“ der MV Werften in Wismar Bild: AFP

Die „Global One“ der MV Werften in Wismar ist fast fertig gebaut. Jetzt ist der einzige ernsthafte Interessent abgesprungen. Für die Beschäftigten zerbirst damit eine Hoffnung.

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          Die Global One ist zu einem Sinnbild für Vieles geworden in den letzten Monaten. Das fröhlich-bunt bemalte 342 Meter lange Schiff, das weitgehend fertiggestellt im Dock der Werft Wismar liegt, symbolisierte die Schieflage der Kreuzfahrtbranche. Dass wegen Corona lange Zeit keine Reisen mehr veranstaltet werden konnten, war auch der Auslöser dafür, dass die MV Werften im Januar Insolvenz beantragen mussten. Doch die Hoffnung war groß, dass sich mit dem Abebben der Pandemie die Lage entspannt und sich ein Käufer für die Global One findet. Anfragen gab es zunächst zahlreiche. Der einzig ernsthafte Interessent ist jetzt aber abgesprungen.

          Susanne Preuß
          Wirtschaftskorrespondentin in Hamburg.

          „Das ist ein herber Rückschlag“, räumt Insolvenzverwalter Christoph Morgen ein, der am Montagvormittag zu einer eilends einberufenen Mitarbeiterversammlung gekommen war, nachdem das am Wochenende klar wurde. Für die 1500 Mitarbeiter, die im Augenblick von einer Transfergesellschaft bezahlt werden, zerbirst damit eine Hoffnung. Der Fertigbau der Global One war nämlich stets als „Brücke“ bezeichnet worden, bis für die eigentliche Werft in Wismar sowie im benachbarten Rostock-Warnemünde Investoren gefunden sind und diese auch an den Start gehen können.

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