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Schienenkartell : Thyssen muss weitere Millionenstrafe zahlen

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Wegen der Absprachen des „Schienenkartells“ zahlte nicht nur die Bahn überhöhte Preise für Gleise und Weichen - auch Privat-, Regional- und Industriebahnen zahlten zu viel. Bild: dapd

Das Bundeskartellamt hat im Fall des sogenannten „Schienenkartells“ weitere Bußgelder verhängt. Acht beteiligte Unternehmen müssen insgesamt fast 100 Millionen Euro zahlen. Allein auf ThyssenKrupp entfallen 88 Millionen Euro.

          Das Bundeskartellamt hat im zweiten Teil des Schienenkartell-Verfahrens gegen acht Unternehmen knapp 100 Millionen Euro Bußgeld verhängt. Den Löwenanteil von 88 Millionen Euro muss ThyssenKrupp berappen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Die österreichische Voestalpine muss 6,4 Millionen Euro zahlen, die Braunschweiger Schreck-Mieves 2 Millionen Euro. Das Geld fließt
          in den Bundeshaushalt. 

          Im zweiten Teil des Schienenverfahrens sei es nicht mehr um Absprachen zu Lasten der Deutschen Bahn gegangen. Das Kartellamt wirft den Firmen vor, auch Nahverkehrsunternehmen, Privat-, Regional- und Industriebahnen geschadet zu haben, indem Preise bei Ausschreibungen abgesprochen wurden. „Die Absprachen zielten darauf ab, Ausschreibungen beziehungsweise Projekte unter den Kartellbeteiligten aufzuteilen“, erklärte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

          Bereits in einem ersten Verfahren hatte die Behörde vor einem Jahr Bußgelder über insgesamt 124,5 Millionen Euro verhängt, wovon ThyssenKrupp mit rund 100 Millionen Euro den größten Teil zahlen musste. Damals ging es um Absprachen bei Aufträgen der Deutschen Bahn.

          Mit dem Bußgeldbescheid für die Verfahrenskomplexe Privatmarkt und Weiche seien die ThyssenKrupp betreffenden Vorwürfe im Schienenkartell nunmehr insgesamt und abschließend geahndet.

          Das Thema Schienenkartell ist allerdings für ThyssenKrupp damit noch nicht komplett abgehakt: Die Bahn will noch Schadensersatz, weil sie überhöhte Preise bezahlt hat. Im Dezember des vergangenen Jahres hat sie deshalb eine Schadensersatzklage eingereicht.  Nach Angaben von ThyssenKrupp laufen die Gespräche darüber mit der Bahn „konstruktiv“.

          Auch Düsseldorfer Rheinbahn will Schadensersatz

          Auch die Düsseldorfer Rheinbahn will nun vom Schienenkartell Schadensersatz. Die Höhe des Schadens lasse sich zwar noch nicht genau beziffern. In früheren Schätzungen hatte die Rheinbahn von etwa drei Millionen Euro gesprochen. Sie will die Höhe mit Hilfe eines Gutachters feststellen.

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