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Schaeffler : Gespräche über Loslösung von Continental

Bremse, Kupplung - Rückwärtsgang? Bild: ddp

Die Banken erwägen die Rückabwicklung der Übernahme des Automobilzulieferers Continental durch Schaeffler. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Wulff will Conti „aus dem Strudel heraushalten“. Wie die F.A.Z. erfuhr, wird darüber diskutiert, alle Conti-Aktien, die derzeit bei Schaeffler liegen, durch die Banken übernehmen zu lassen.

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          Die Kreditgeber der hochverschuldeten Schaeffler-Gruppe ziehen eine Rückabwicklung des Kaufs des Autozulieferers Continental in Hannover durch Schaeffler in Betracht. Das Familienunternehmen Schaeffler hatte Continental im vergangenen Jahr nach einem erbitterten Übernahmekampf gekauft, sich dafür aber mit Schulden von 12 Milliarden Euro übernommen.

          Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) dringt auf eine Herauslösung von Conti aus der angeschlagenen Unternehmensgruppe: „Wir wollen Conti aus dem Strudel heraushalten“, sagte Wulff der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Für ihn sei entscheidend, dem profitabelsten Reifenhersteller der Welt eine gute Zukunft mit Sitz in Hannover zu geben.

          Die Macht bei Schaeffler haben längst die Banken

          Wie die F.A.Z. erfahren hat, wird unter den Kreditinstituten, die Schaeffler Geld geliehen haben, darüber diskutiert, alle Conti-Aktien, die derzeit bei Schaeffler liegen, durch die Banken übernehmen zu lassen. Danach müsse allerdings eine Kapitalerhöhung bei Continental folgen. Das werde den Anteil, der sich in den Händen der Banken befinde, dann möglicherweise wieder unter 50 Prozent drücken. Auch mit Blick auf die Politik und die sehr kontroverse Diskussion über mögliche staatliche Hilfen für Schaeffler sei es wichtig, die Betrachtung von Schaeffler und Continental wieder zu trennen. Denn Continental sei trotz seiner hohen Schuldenlast, die sich dort durch die Übernahme des Autozulieferers VDO im Jahr 2007 angesammelt habe, allein in der Lage, diese Schuldenlast abzutragen.

          Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) will einen profitablen Reifenhersteller für Hannover

          Weichenstellungen werden von der Continental-Aufsichtsratssitzung am 6. März erwartet. Dort werde es immer schwerer vorstellbarer, dass der Schaeffler-Berater und Jurist Rolf Koerfer wie bisher geplant den Vorsitz übernehme. (Siehe: Einstieg der Banken bei Schaeffler rückt näher) Eine völlige Neubesetzung des Conti-Aufsichtsrats wird zur nächsten Hauptversammlung in rund sechs Wochen möglich. Denn die Macht bei Schaeffler haben längst die Banken – und das in einem Ausmaß, das vor wenigen Tagen noch unvorstellbar war: So wird kolportiert, dass das der Familie Schaeffler zuzurechnende Eigenkapital angesichts der hohen Schuldenlast und der Ertragslage der Gruppe mit 3 bis 4 Milliarden Euro negativ sei. Dazu passt die notwendige Kapitalzufuhr, die von Schaeffler selbst auf 5 bis 6 Milliarden Euro beziffert worden ist. Selbst eine Beteiligung der Familie in Höhe von 10 Prozent an einer finanziell neu strukturierten Gruppe sei, wenn sie überhaupt zustande komme, vor diesem Hintergrund „allein auf der Basis des guten Willens der Banken möglich“.

          In diesem Zusammenhang werde durchaus über die Insolvenz der Gruppe diskutiert, auch wenn dies eher eine Drohkulisse der Schaefflers gegenüber den Banken sei. In der vergangenen Woche hatte Schaeffler selbst hingegen noch zurückgewiesen, überhaupt in einem Insolvenzszenario zu stecken. In den Gesprächen der Banken mit den Schaefflers gibt es offenbar zwei große Schwierigkeiten. Vor allem die Royal Bank of Scotland (RBS), die 2,5 Milliarden Euro verliehen hat, will das Engagement beenden. „Die RBS ist inzwischen ein staatliches Institut – und in der britischen Politik gibt es keinerlei Verständnis dafür, Gelder zur Rettung deutscher Unternehmen einzusetzen“, heißt es.

          Hinzu komme ein erheblicher Zeitdruck. In vier bis sechs Wochen müsse wegen der angespannten Lage nahe einer Insolvenz eine Lösung gefunden sein. Eckpfeiler einer grundsätzlichen Einigung schon in der kommenden Woche seien nicht ausgeschlossen. In der Politik wird ein solches Konzept immer noch gefordert. Zudem würde es, ähnlich wie beim Autohersteller Opel, wohl gern gesehen, wenn sich statt des Staates externe Investoren fänden, die sich an Schaeffler beteiligen. Am Wochenende gab es zudem wieder neue Gerüchte, dass Schaeffler nach einem Nachfolger für Geschäftsführer Jürgen Geißinger suche. In Bankenkreisen hieß es, Geißinger sei als Verhandlungspartner nicht mehr tragbar. Es gebe derzeit keine Intention, den Geschäftsführer abzulösen, sagte hingegen Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck am Sonntag.

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