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Schadenersatz : Brasilien will Milliarden nach giftiger Schlammlawine

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Eine Luftaufnahme von der Mündung des Rio Doce in den Atlantischen Ozean Bild: Reuters

Brasilien verklagt nach dem Dammbruch bei einer Eisenerzmine zwei Bergbaukonzerne. Eine Schlammlawine hatte mindestens 13 Menschen getötet. Doch die Rohstoffriesen streiten jede Verantwortung ab.

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          Drei Wochen nach einer giftigen Schlammlawine in Brasilien mit mindestens 13 Toten und elf Vermissten will der Staat die verantwortlichen Bergbaukonzerne auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen. Umweltministerin Izabella Teixeira sagte am Freitag, das Land werde umgerechnet 4,9 Milliarden Euro von den beiden Unternehmen verlangen.

          Aus dieser Summe sollen die geschädigten Menschen abgefunden und der verschmutzte Fluss Rio Doce entseucht werden. Eine entsprechende Zivilklage Brasiliens sowie der Bundesstaaten Minas Gerais und Espirito Santo werde am Montag eingereicht.

          Nach dem Bruch des Rückhaltebeckens einer Eisenerzmine vor rund drei Wochen hatten sich rund 50 Millionen Tonnen Klärschlamm ins Tal ergossen. Sie begruben 250 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro ein Bergdorf mit 600 Einwohnern unter sich, mindestens 13 Menschen starben. Die australisch-britische BHP betreibt die Mine gemeinsam mit der brasilianischen Vale über das Unternehmen Samarco.

          Umweltkatastrophe in Brasilien : Schadenersatz gefordert

          Stunden vor der Ankündigung der Klage hatte Vale Spuren von Blei und Arsen im zweitgrößten Fluss des Landes eingeräumt, die Verantwortung für die Umweltkatastrophe jedoch abgestritten. Die beim Unternehmen Vale für Humanressourcen, Gesundheit und Sicherheit zuständige Direktorin, Vania Somaville, sagte bei einer Pressekonferenz in Rio de Janeiro, an verschiedenen Stellen des Rio Doce (Süßer Fluss) im Südosten Brasiliens seien auch potenziell giftiges Nickel und Chrom gefunden worden.

          Allerdings hätten sich diese Materialien schon vorher im Flussbett oder am Rand des Rio Doce befunden, sagte Somaville. Die „gute Nachricht“ sei, dass sich die Stoffe nicht im Wasser aufgelöst hätten und dessen PH-Wert unverändert geblieben sei.

          20.000 Schwimmbecken mit Giftschlamm

          Die Äußerungen stehen im Widerspruch zu Erkenntnissen von Experten der Vereinten Nationen. Diese hatten vor kurzem festgestellt, dass beim Bersten des Klärbeckens der Bergbaufirma Samarco in der Stadt Mariana am 5. November 50 Millionen Tonnen giftige Überreste der Bergwerksindustrie in die Umwelt gelangten. Samarco gehört zu gleichen Teilen Vale und dem australisch-britischen Rohstoffkonzern BHP Billiton. Alle drei Firmen stellen eine Umweltkatastrophe nach wie vor in Abrede.

          Die Experten der Vereinten Nationen gelangten zu dem Schluss, dass das Ausmaß des Umweltschadens 20.000 olympischen Schwimmbecken mit Giftschlamm entspricht. In einem großen Gebiet sind demnach der Boden, die Flüsse und das Wassersystem verseucht. Der Rio Doce gelte den Experten mittlerweile als „tot“, erklärt einer der Autoren des Berichts. Der Giftschlamm bewege sich langsam auf den Nationalpark Marinho de Abrolhos zu, wo er eine geschützte Vegetation bedrohe.

          Feuerwehrleute bergen Opfer der Giftschlammlawine
          Feuerwehrleute bergen Opfer der Giftschlammlawine : Bild: Reuters

          Die brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira sprach vor wenigen Tagen von der „größten Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens“. Tausende Tiere seien verendet, 280.000 Menschen seien von der Wasserversorgung abgeschnitten und hätten kein sauberes Trinkwasser mehr. Der Giftschlamm hatte ein Bergarbeiterdorf unter sich begraben und den Doce auf 500 Kilometern Länge verseucht.

          Analysten gehen davon aus, dass das Unglück deutliche finanzielle Belastungen für BHP zur Folge haben wird. Obwohl die Hintergründe des Dammbruchs noch offen sind, wird in Brasilien zudem bereits über schärfere Auflagen für die Minenkonzerne diskutiert. Die Branche steht für einen Großteil der brasilianischen Export-Einnahmen.

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