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Rückzug der SAP-Chefin : Darum musste Jennifer Morgan gehen

Morgan auf einer Pressekonferenz Ende Januar 2020 Bild: AFP

Für Quoten-Befürworter ist der Abgang der SAP-Chefin eine Steilvorlage. Doch die reflexartigen Reaktionen offenbaren eine bemerkenswerte Vorstellung darüber, wie Chefposten in Konzernen besetzt werden.

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          Es war ein Paukenschlag, der da am Dienstag aus dem Walldorfer SAP-Konzern zu vernehmen war. Ko-Vorstandschefin Jennifer Morgan kündigte für die Außenwelt völlig überraschend ihren Rückzug aus der Doppelspitze des wertvollsten Konzerns in Deutschland an. Gerade mal ein halbes Jahr, nachdem die Amerikanerin gemeinsam mit Christian Klein den höchsten Karrieresprung gemacht hat, wirft sie schon wieder das Handtuch. Und das nicht ganz freiwillig, wie den knapp gehaltenen Ausführungen zu entnehmen war. Zumindest wird der Schritt damit begründet, dass in hektischen Corona-Zeiten eine klare Führungsstruktur erforderlich sei. Damit ist die erste Vorstandschefin eines im Deutschen Aktienindex notierten Unternehmens schon wieder Geschichte.

          Der Einschnitt wirft viele Fragen auf: Was ist mit der Besetzung der wichtigsten Posten für das operative Geschäft derart schiefgelaufen, dass die Konstruktion nach sechs Monaten schon auseinanderbricht? Welche Fehler hat der allmächtige Aufsichtsratschef Hasso Plattner gemacht? Was bedeutet die neue Machtkonzentration für die künftige Ausrichtung des Unternehmens? Und muss man sich vielleicht sogar ernsthaft Sorgen machen um das bedeutungsvollste deutsche Start-up der vergangenen Jahrzehnte und den einzigen europäischen Technologiekonzern, der halbwegs in derselben Liga spielt wie die Giganten aus Amerika und China? All diese Fragen drängen sich dem interessierten Beobachter auf.

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