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Teuerster Zukauf der Firmengeschichte : SAP übernimmt Softwareanbieter Concur

  • Aktualisiert am

Konzernsitz von SAP in Walldorf Bild: dpa

Für rund 6,5 Milliarden Euro will SAP die amerikanische Concur übernehmen – es wäre der teuerste Erwerb in der Geschichte der Walldorfer.

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          SAP übernimmt den amerikanischen Softwareanbieter Concur für rund 6,5 Milliarden Euro. Die Übernahme werde mit Hilfe von Kreditlinien über sieben Milliarden Euro finanziert, die nicht nur den Kaufpreis sondern auch die Rückzahlung von bestehenden Schulden abdecke, teilte SAP am Donnerstagabend mit.

          Concur selbst werde dabei mit rund 6,5 Milliarden Euro (rund 8,3 Mrd. US-Dollar) bewertet. Damit wäre das Unternehmen, das unter anderem Software zur Reisekostenabwicklung anbietet, der teuerste Zukauf in der Firmengeschichte der deutschen Softwareschmiede. Die Concur-Aktionäre und die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Die Übernahme soll spätestens Ende März 2015 abgeschlossen werden.

          Zunehmende Investitionen in Cloud-Software

          SAP setzt immer stärker auf den Verkauf von Software, die nicht fest auf Rechnern installiert, sondern über das Internet gegen eine Miete genutzt wird. Bei der Concur-Übernahme sind die Walldorfer offenbar vor allem an den 25 Millionen aktiven Nutzern in den 23.000 Firmen interessiert, die deren Reisemanagement-Software einsetzen. Im vergangenen Jahr verdiente Concur mit seinen 4500 Mitarbeitern operativ 6,4 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 546 Millionen Dollar.

          Gemeinsam hätten die beiden Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Anwendern so viele Nutzer von Cloud-Software wie kein anderer Anbieter, erklärte SAP. Da nur 30 Prozent der Concur-Kunden bisher SAP-Lösungen einsetzten, könnten die eigenen Produkte leichter verkauft werden.

          Gemessen am Umsatz mit Cloud-Diensten sind die Walldorfer die Nummer zwei nach dem US-Konkurrenten Salesforce, aber vor dem Erzrivalen Oracle oder IBM. SAP war spät in den Markt für Cloud-Computing eingestiegen, hat das Geschäft dann aber rasch mit Milliardenübernahmen aufgebaut. Der letzte große Coup war im vergangenen Jahr der Kauf der Schweizer Hybris, die Programme zum Vertriebsmanagement anbieten. Vor zwei Jahren hatten die Walldorfer für 2,5 Milliarden Euro den auf Software zum Personalmanagement spezialisierten Anbieter SuccessFactors und die Einkaufsplattform für Firmen Ariba zum Preis von rund 3,4 Milliarden Euro gekauft.

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