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SAP-Gründer und Hoffenheim-Mäzen : Hopp übernimmt Mehrheit an Biotechfirma Agennix

  • Aktualisiert am

Ungebrochenes Vertrauen in die Biotechnologie: Dietmar Hopp Bild: Rainer Wohlfahrt

Dietmar Hopp gründete den Softwarehersteller SAP mit, fördert den Fußballklub TSG 1899 Hoffenheim - und ist einer der größten Geldgeber der deutschen Biotechbranche. Nun übernimmt er die Mehrheit am Biotechunternehmen Agennix. Durch eine Kapitalerhöhung fließt der Firma 76 Millionen Euro zu.

          SAP-Mitgründer Dietmar Hopp übernimmt die Mehrheit am Biotechunternehmen Agennix. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung übernimmt Hopps Investmentgesellschaft Dievini den Großteil der neuen Aktien, wodurch ihr Anteil an dem Unternehmen von knapp 30 auf rund 59 Prozent steigt. Insgesamt fließen Agennix rund 76 Millionen Euro zu. „Damit ist das Unternehmen bis Ende 2011 finanziert“, sagte Finanzchef Torsten Hombeck am Freitag.

          „Mit dem Geld können wir unser wichtigstes Medikament Talactoferrin aus eigener Kraft weiterentwickeln und sind nicht auf Partner angewiesen.“ Derzeit laufen drei Studien mit dem Mittel. Eine Phase-III-Studie zur erst später eingesetzten sogenannten Drittlinien-Behandlung von Lungenkrebs soll bis Ende 2011 abgeschlossen werden. Zudem will das Unternehmen Anfang nächsten Jahres in einer Phase-III-Studie überprüfen, ob das Medikament auch zur Behandlung von schwerer Blutvergiftung (Sepsis) eingesetzt werden kann.

          Bei der BaFin hat er beantragt, keine Übernahmeangebot abgeben zu müssen

          Im dritten und im Erfolgsfall lukrativsten Forschungsprojekt mit dem Mittel zur Erstlinien-Behandlung von Lungenkrebs läuft derzeit die Patientenrekrutierung in Nordamerika. Für den Start der weltweiten Rekrutierung ist Agennix auf der Suche nach einem Partner. „Im Anschluss wird es 18 bis 24 Monate dauern, bis wir Ergebnisse haben“, sagte Hombeck. Derzeit spreche die Firma mit mehreren interessierten großen Pharma- und Biotechunternehmen.

          Dietmar Hopp zählt zusammen mit der Holding Santo der Gebrüder Strüngmann zu den größten Geldgebern der Biotechbranche in Deutschland. Kürzlich hatte er seinen Anteil an dem Agennix-Konkurrenten Wilex auf über 30 Prozent aufgestockt und musste in der Folge ein Pflichtübernahmeangebot abgeben. Im Falle von Agennix hat Hopp bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantragt, von der Verpflichtung zur Abgabe eine Angebots befreit zu werden.

          Der Geschäftsführer von Hopps Investmentgesellschaft Dievini, Friedrich von Bohlen, ist seit knapp einem Jahr auch Interims-Chef von Agennix, um die Firma zu stabilisieren. Agennix war 2009 mit GPC Biotech fusioniert, als GPC nach dem Scheitern seines wichtigsten Krebsmittels vor dem Aus stand. Nachdem die Finanzierung nun gesichert sei, wolle Agennix bis Jahresende einen neuen Vorstandschef finden, sagte Hombeck.

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