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Pharmakonzern : Sanofi fährt Rekordgewinn ein

Sanofi hat einen Rekordgewinn von 12,3 Milliarden Euro erwirtschaftet – mehr als das Vierfache des Vorjahres. Bild: AFP

Trotz der Rückschläge beim Covid-19-Impfstoff erhöht der Pharmakonzern Sanofi seinen Gewinn und die Dividende. Dafür sorgt vor allem ein Mittel gegen schwere Hautentzündungen.

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          Pannen in der Impfstoff-Entwicklung, Rekordgewinn im Covid-Jahr, höhere Dividende für die Aktionäre – und die Jahresbilanz-Pressekonferenz, bei der die Journalisten üblicherweise im Februar Fragen stellen können, wird abgesagt: Der französische Pharmakonzern Sanofi, der auch in Deutschland stark engagiert ist, sorgt weiterhin für Kontroversen. Am Freitagmorgen präsentierte er sein Zahlenwerk für das vergangene Jahr. Demnach hat das Pharmaunternehmen einen Rekordgewinn von 12,3 Milliarden Euro erwirtschaftet – mehr als das Vierfache des Vorjahres.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Allerdings geht das nicht auf eine operative Verbesserung des Geschäfts zurück, sondern vor allem auf den Verkauf von Aktien am amerikanischen Biotechkonzern Regeneron, dessen experimentelle Medikamentenmischung Donald Trump von seiner Coronavirus-Erkrankung heilte. Im vergangenen Mai hatte Sanofi bekanntgegeben, sich von einem Großteil seines 20-Prozent-Pakets zu trennen, um Mittel für die eigene Entwicklung zu mobilisieren. 7,4 Milliarden Euro kamen somit in die Kasse.

          Ein kleinerer, aber heikler Posten in der Gewinnberechnung ist indes der geringere Aufwand im Bereich von Forschung und Entwicklung. Die Kosten gingen dort im vergangenen Jahr um gut 8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zurück. Gewerkschaften in Frankreich und Deutschland protestieren gegen den Personalabbau, der nach ihren Angaben auch die Forschung betrifft. Der Sanofi-Konzern, der weltweit rund 100.000 Mitarbeiter beschäftigt, will in Europa 1700 Stellen streichen, einen großen Teil davon in Deutschland und Frankreich.

          Die Geschäftsleitung betont, dass man die Forschung nicht abbaue, sondern neu auf vielversprechende Felder ausrichte. Bei der Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus war es im Herbst zu Qualitätsproblemen gekommen; die Stoffe von zwei Zulieferern erwiesen sich als unzureichend. Die französischen Gewerkschaften machten dafür mangelnde Kontrollen infolge des Kapazitätsabbaus verantwortlich. Allerdings finden die Arbeiten am Covid-19-Impfstoff weitgehend in den Vereinigten Staaten statt, wo die amerikanische Regierung umfangreiche Finanzierung bietet. Pharmaanalysten betonten, dass es in der Impfstoffentwicklung immer wieder zu solchen Pannen kommen könne, besonders wenn es schnell gehen müsse.

          Auch das klassische Impfgeschäft zieht an

          Sanofi arbeitet weiter an zwei Vakzinen. Bei dem ersten, der ähnlich wie eine Grippeimpfung funktionieren soll, beginnen „in den kommenden Wochen die klinischen Tests“, also die Versuche an Menschen, teilte der Sanofi-Vorstandsvorsitzende Paul Hudson am Freitag mit. Er erinnerte auch daran, dass Sanofi für den Impfstoff von Biontech/Pfizer Kapazitäten für Abfüllung und Verpackung zur Verfügung stellen wolle. Für diese Kooperation hat Sanofi viel Beifall erhalten.

          Die Pandemie hat das Geschäft des größten Pharmakonzerns der Europäischen Union im vergangenen Jahr auf vielfältig Weise betroffen: Das klassische Impfgeschäft – vor allem gegen Grippe sowie Kinderlähmung und Keuchhusten – zog im vierten Quartal stark an. Im Gesamtjahr erwirtschaftete Sanofi mit Impfstoffen einen Umsatz von knapp 6 Milliarden Euro, 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn stieg im Impfstoffgeschäft um 16 Prozent auf 825 Millionen Euro.

          Der Star im Angebot von Sanofi ist freilich ein anderes Mittel: Dupixent wirkt gegen eine schwere (atopische) Form von Dermatitis sowie gegen Asthma. Erlöse von 3,5 Milliarden Euro, 70 Prozent mehr als im Vorjahr, brachte der Blockbuster im vergangenen Jahr. Früher war mal das Diabetesmittel Lantus, das in Frankfurt-Höchst hergestellt wird, der Verkaufsschlager von Sanofi. Doch der Patentschutz ist ausgelaufen. 2020 erzielte Lantus noch einen Umsatz von 2,6 Milliarden Euro, 12 Prozent weniger als im Vorjahr.

          Konzernweit erwirtschaftete Sanofi im vergangenen Jahr Erlöse von rund 36 Milliarden Euro, die damit in etwa auf dem Niveau von 2019 lagen. Als Gewinn weist der Konzern ein um mehrere Sonderfaktoren bereinigtes „business net income“ von 7,3 Milliarden Euro aus, das mit 4 Prozent über dem Vorjahr notiert. Vor diesem Hintergrund erhöht Sanofi die Dividende von 3,15 auf 3,20 Euro je Aktie. Insgesamt fließen somit mehr als 3,9 Milliarden Euro an die Anleger. Die Aktionäre nahmen die Nachricht positiv auf: Am späten Vormittag notierte die Sanofi-Aktie in Paris mit gut 2 Prozent im Plus.

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