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Sanierungsfall Daimler : Zetsche war’s

Das Atuto strahlt, der Stern aber nicht mehr ganz so hell: Ein Mercedes-Benz A 250e Bild: Daimler AG

Wenn Daimler jetzt als Sanierungsfall erscheint, liegt die Ursache nicht nur an der Corona-Pandemie. Der kurz zuvor noch wegen seiner Verkaufsrekorde gefeierte Dieter Zetsche hat den Konzern sehenden Auges in die Krise fahren lassen.

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          Daimler ist an der Börse knapp 40 Milliarden Euro wert, Tesla 225 Milliarden Euro. Bei allen kuriosen Eigenheiten von Börsenkursen sagt das viel über das, was los ist in Stuttgart: viel Tradition, Stolz und Behäbigkeit, aber wenig Mut, Phantasie und Pioniergeist.

          Der langjährige Daimler-Chef Dieter Zetsche hat das gewusst. Ganz öffentlich hat er früh den Sanierungsbedarf angekündigt: Das werde sein Nachfolger regeln müssen, sagte er schon Monate, bevor er sich voriges Frühjahr in den Ruhestand verabschiedete. Das heißt: der kurz zuvor noch wegen seiner Verkaufsrekorde gefeierte Manager hat den Konzern sehenden Auges in die Krise fahren lassen.

          Wenn jetzt also Daimler als Sanierungsfall erscheint, dann liegt die Ursache nicht an der Corona-Pandemie. Die hat die Probleme nur verschärft. Viel früher hätte Daimler sich auf die Veränderung von Märkten und Mobilitätsbedürfnissen besinnen müssen.

          Zetsche hat es zu verantworten, dass nicht konsequent genug reagiert wurde. Umso unvorstellbarer, dass ausgerechnet Zetsche nächstes Jahr der nächste Aufsichtsratschef von Daimler werden soll. Das wurde zwar 2018 schon beschlossen. Aber ein vernünftiger Aufsichtsrat sollte in der Lage sein, Entscheidungen zu revidieren. Die Ära Zetsche sollte Geschichte bleiben.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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