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Bezahlen mit dem Smartphone : Samsung greift Bezahldienste von Apple und Google an

Bezahlen mit dem Smartphone soll bald auch über Samsung Pay in Deutschland möglich sein. Bild: AFP

Samsung startet seine Pay-App für Smartphones Ende Oktober in Deutschland. Das Verfahren ist anders als bei der Konkurrenz und bringt eine Hürde bei hohen Summen mit sich.

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          Eigentlich brauchen Kunden kein Smartphone, um bargeldlos zahlen zu können. Hält man die Kreditkarte oder Girocard nahe an das kleine Gerät vor der Kasse, wird der Betrag im Supermarkt, Café oder Kino direkt abgebucht. Das funktioniert bis zu einem gewissen Limit ohne Unterschrift oder Eingabe der Pin, also kontaktlos. Wegen der Corona-Pandemie erhöhten die Geldinstitute sogar den Betrag von 25 auf 50 Euro. Erst wer höhere Beträge kontaktlos bezahlen will, muss zum Smartphone oder zur Smartwatch greifen.

          Mit Apple Pay und Google Pay stehen seit etwa zwei Jahren Dienste zur Verfügung, die auf nahezu allen Handys der Welt installiert werden können. Weil viele Menschen ihr Smartphone schneller aus der Tasche ziehen können als ihre Kreditkarte aus dem Geldbeutel, bezahlen immer mehr Kunden sowohl ihren Cappuccino als auch den neuen Fernseher mit Google oder Apple Pay, mitunter auch mit der Bezahl-App der Bank.

          Nun steigt ein weiteres Schwergewicht in das Milliardengeschäft ein: Samsung startet nach Informationen der F.A.Z. am 28. Oktober seinen eigenen Bezahldienst in Deutschland. Dann kann die App im Google Play Store heruntergeladen und auf Samsung-Smartphones installiert werden. Die Koreaner sprechen damit ihre Kunden an, die bisher Google Pay nicht nutzen konnten oder wollten. Die Amerikaner können zwar eine beachtliche Zahl von Banken und Zahlungsdienstleistern vorweisen, die ihre Partner sind und somit in der Google-Pay-App verknüpft werden können. Darunter sind etwa Banken wie Comdirect, Commerzbank, DKB, ING-Diba, N26 und der Zahlungsdienstleister Paypal. Aber es sind eben auch nicht alle. Die Sparkasse fehlt ebenso wie die Deutsche Bank und einige andere Banken.

          Deren Kunden können bisher Google Pay nicht nutzen und somit auch nicht mit dem Smartphone höhere Summen kontaktlos bezahlen, sofern sie überhaupt ein Android-Handy nutzen. Diese Chance will Samsung nun nutzen. Da der Marktanteil der Koreaner laut Kantar-Institut in Deutschland knapp 43 Prozent beträgt, hat fast jeder zweite ein Samsung-Gerät in der Hand. Allerdings wird nicht auf allen Samsung Pay installierbar sein. Im Wesentlichen werden momentan nur Geräte der S- und Note-Reihe unterstützt, die nicht älter als vier Jahre sind.

          Samsung Pay läuft über die Solarisbank

          Um Samsung Pay in Gang zu bringen, muss während der Installation ein virtuelles Konto bei der Solarisbank eröffnet werden. Um den Kontoinhaber zu identifizieren, findet normalerweise eine Videokonferenz oder ein Filialbesuch statt. Die Solarisbank kürzt das Verfahren ab, indem der Kunde während der Anmeldung seine Iban angibt und anschließend einen Cent-Betrag auf das neue Konto überweist. Dadurch hat sich der Kunde identifiziert und die beiden Konten sind miteinander verknüpft – Bonität vorausgesetzt. Letztlich läuft die Bezahlung ab wie bei Paypal: Der Samsung-Pay-Nutzer bezahlt im Laden zunächst mit seinem virtuellen Konto der Solarisbank, welche die Summe dann auf dem Bankkonto abbucht. Im Vergleich zu Google oder Apple Pay ist ein Bankinstitut noch einmal dazwischen geschaltet.

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