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Bezahlen mit dem Smartphone : Samsung greift Bezahldienste von Apple und Google an

Dieser Unterschied wird sichtbar, wenn das zu bezahlende Produkt mehr als 1000 Euro kostet. Denn die Solarisbank schränkt das Darlehen auf diese Summe ein. Will man teurere Produkte kaufen, muss man vorgehen wie bei einer Prepaid-Karte und zuvor erst die höhere Summe auf das Solarisbank-Konto überweisen. Es gibt noch eine weitere Variante, eine höhere Summe zu bezahlen. Vor der Authentifizierung können Kunden für Rechnungen von mehr als 100 Euro „Split-Pay“ einsetzen. Dann lässt sich der Betrag in Raten in Laufzeiten zwischen drei und 24 Monaten bezahlen, und das bis zu einer Summe von 8000 Euro. Dann kommen allerdings Zinsen hinzu. Alle Transaktionen und anstehenden Ratenzahlungen werden in der App aufgeführt.

Während des Bezahlvorgangs gibt es einen weiteren Unterschied zu Google und Apple Pay. Es ist eine Bewegung mehr notwendig. Bezahlt man mit Google oder Apple, entsperrt man vorher das Gerät, hält es an das NFC-Terminal und die Transaktion ist nach ein oder zwei Sekunden getätigt. Mit Samsung Pay wischen die Kunden im Sperrbildschirm einmal von unten in die Mitte des Bildschirms (Swipe-up), die App öffnet sich und dann verifiziert sich der Nutzer mit seiner Pin, dem Fingerprintsensor oder Iris Scan. Dieser Weg ist ein bisschen umständlicher als bei der Konkurrenz.

Gleiche Sicherheitsmaßnahmen wie bei einer Kreditkarte

Für den Bezahlvorgang greift Samsung auf die Technik von Visa zurück. Denn nach der Registrierung in der App bekommt der Nutzer eine virtuelle Visa-Debitkarte, die mit dem Solarisbank-Konto verknüpft wird. Die Daten zwischen Samsung-Smartphone und Bezahl-Terminal werden genauso ausgetauscht, wie wenn der Kunde eine Kreditkarte aus Plastik mit NFC-Chip an das Gerät an der Kasse halten würde. Daher gelten für Samsung Pay die gleichen Sicherheitsmaßnahmen. Die Kartennummer wird von Samsung nicht gespeichert, weder auf dem Smartphone noch auf den Servern. Die Daten werden verschlüsselt und mit dem Smartphone verknüpft. Auch wird jede Transaktion durch einmalige Codes autorisiert. Im Vergleich zur Kartenzahlung kommt noch eine weitere Sicherheitsstufe hinzu. Der Nutzer muss das Smartphone entsperren, um eine Transaktion durchführen zu können.

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Auch wenn Samsung mit seiner Bezahl-App recht spät dran ist, wird es noch einige potentielle Kunden geben, die bisher die Produkte der Konkurrenz nicht nutzen konnten. Allerdings melden Google und Apple immer mehr Banken und Zahlungsdienstleister, die sie hinzugewinnen konnten. Samsung wird dann verhindern müssen, dass die Android-Nutzer auf Google Pay umsteigen, weil man dort Transaktionen von mehr als 1000 Euro tätigen kann, solange das Konto gedeckt ist.

Doch so häufig kauft man solche Summen mit seinem Smartphone nicht ein. Und beim Kauf des nächsten Smartphones könnte Samsung Pay, an das man sich gewöhnt hat, ein Grund sein, wieder eines der Koreaner zu kaufen. Apple macht seit vielen Jahren gute Erfahrung mit seiner Kundenbindung, indem das Unternehmen Abhängigkeiten schafft zwischen seinen Produkten und Dienstleistungen.

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