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Wegen defekter Akkus : Samsung beendet Produktion von Galaxy Note 7

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Diese Note-7-Werbung in Berlin dürfte in den kommenden Tagen verschwinden. Bild: AFP

Samsung zieht die Reißleine: Das Smartphone Galaxy Note 7 wird nicht mehr auf den Markt kommen. Der Konzern bekommt das Akku-Problem nicht in den Griff.

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          Samsung beendet die Produktion seines problembehafteten Smartphones Galaxy Note 7. Das Modell werde nicht mehr auf den Markt kommen, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Smartphone-Marktführers am Dienstag mit.

          Das Gerät war erst im August eingeführt worden und sollte Apples iPhone Konkurrenz machen. Anfang September hatte Samsung allerdings nach Berichten über in Flammen aufgegangene Handys einen Austausch aller weltweit bis dahin ausgelieferten 2,5 Millionen Geräte angekündigt. Einen Monat später hatte das Unternehmen den Verkauf in Südkorea wiederaufgenommen. Vor wenigen Tagen war an Bord eines Flugzeugs ein Note 7 in Brand geraten, das nach Angaben der Besitzer bereits getauscht worden war. Für den europäischen Markt war der Verkaufsstart für den 28. Oktober angekündigt worden.

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          Mit dem Produktionsstopp räumt Samsung erhebliche Probleme mit dem Phablet - einer Mischung aus Smartphone und Tablet-Computer - ein. Beobachter in Südkorea bezweifelten schon vorher, dass der Technologie-Riese, der auch der weltgrößte Hersteller von Speicherchips und Fernsehern ist, das Mobiltelefon wieder auf den Markt bringen wird. Der Kurs der Aktie von Samsung Electronics brach an der Börse in Seoul um acht Prozent ein und ging mit 1,55 Millionen Won (1245 Euro) aus dem Handel.

          Amerikanische Verbraucherschutzbehörde untersucht die Vorgänge

          Am Montag hatte das Unternehmen angekündigt, seine Produktionsplanung vorläufig zu ändern, ohne dies näher zu erläutern. Nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien hatte Samsung die Produktion des Galaxy Note 7 eingestellt.

          Die Sicherheit der Verbraucher habe stets höchste Priorität für das Unternehmen, hieß es. Samsung bitte Mobilfunkanbieter und Einzelhandelspartner weltweit, „den Verkauf und den Austausch des Galaxy Note 7 zu stoppen, während die Untersuchungen im Gang sind“. Samsung arbeite mit der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde CPSC zusammen, um die Fälle zu untersuchen, über die zuletzt berichtet worden sei.

          Akku-Probleme : Samsung nimmt Galaxy Note 7 komplett vom Markt

          Am Wochenende waren vier weitere Fälle in Amerika bekanntgeworden, in denen nach Angaben der Betroffenen Austauschgeräte des Note 7 in Brand gerieten. Am Mittwoch war ein Flugzeug in Amerika kurz vor dem Start wegen eines brennenden Note 7 geräumt worden. Dabei handelte es sich dem Besitzer zufolge um ein Ersatzgerät.

          Nach den Berichten kündigten die Mobilfunk-Betreiber AT&T, T-Mobile US und Verizon an, keine Note 7 an ihre Kunden mehr auszugeben. Käufer könnten ihre Geräte gegen andere Modelle von Samsung oder Smartphones anderer Anbieter umtauschen.

          Der erste Umtausch dürfte nach Analystenschätzung Samsung Electronics 1 bis 2 Milliarden Won kosten. Mit der Einstellung des Verkaufs und der Rücknahme werden die Kosten entsprechend höher ausfallen.

          Nach früheren Angaben der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde könnte ein Grund für die Probleme beim ursprünglichen Note 7 gewesen sein, dass Akkus etwas zu groß für den Platz im Gehäuse geraten seien und es dadurch beim Einbau zu Kurzschlüssen in den Batterien kommen konnte.

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