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Streik am Freitag : Ryanair schließt Tarifvertrag mit italienischen Flugbegleitern

  • Aktualisiert am

Viele Ryanair-Flugzeuge bleiben am Freitag am Boden. Bild: Reuters

Der irische Billigflieger streicht an diesem Freitag 190 Flüge, 30.000 Passagiere sind betroffen – auch in Deutschland. Grund ist ein Streik der Flugbegleiter. In Italien können diese derweil einen Erfolg verbuchen.

          Der irische Billigflieger Ryanair wird einen Tarifvertrag für die Flugbegleiter in Italien nach dortigem Recht abschließen. Vor einem geplanten Streik von Flugbegleitern in mehreren europäischen Ländern an diesem Freitag einigte sich die Fluggesellschaft mit drei Gewerkschaften auf einen von Oktober an geltenden Tarifvertrag für das in Italien ansässige
          Kabinenpersonal, wie Ryanair am Dienstag mitteilte. Vereinbart worden seien Lohnerhöhungen und Sozialleistungen nach italienischem Recht.

          Für Freitag sagte die Airline unterdessen 190 von insgesamt 2400 geplanten Flügen wegen des angekündigten Streiks ab. Davon seien wahrscheinlich etwa 30.000 Passagiere betroffen, hieß es von Ryanair. In sechs europäischen Ländern ist ein Streik der Flugbegleiter angekündigt – darunter auch in Deutschland. Zu Streiks aufgerufen sind außerdem die Flugbegleiter in Belgien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Portugal. Marketing-Chef Kenny Jacobs drohte, bei anhaltenden Streiks werde Ryanair Kapazitäten im Winter und im Sommer 2019 zurückfahren.

          Ein Zusammenschluss europäischer Gewerkschaften hatte den Streik vor knapp zwei Wochen angekündigt – damals noch in fünf Ländern. In der Zwischenzeit kam Deutschland hinzu. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte ihre Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal von Ryanair am Dienstag fortgesetzt. Verdi verlangt eine „substanzielle“ Lohnerhöhung. Außerdem sollen die Flugbegleiter eine Kompensation für Verspätungen erhalten. Daneben verlangt Verdi die Einrichtung einer betrieblichen Interessenvertretung.

          Bei Ryanair tobt seit rund einem Jahr ein erbitterter Arbeitskampf, schon mehrfach streikten Piloten in verschiedenen Ländern. In Deutschland legten auch Flugbegleiter bereits die Arbeit nieder. Wegen des 24-stündigen Ausstands von Piloten und Kabinenpersonal am 12. September musste Ryanair 150 Flüge streichen.

          Ryanair nannte die am Freitag geplanten Streiks „unnötig“. Nur eine „winzige Minderheit“ des Kabinenpersonals beteilige sich überhaupt daran.

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