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Kürzungen gegen Streiks : Ryanair sagt Mitarbeitern den Kampf an

  • Aktualisiert am

Am Boden: Ryanair-Flüge fielen am Mittwoch europaweit aus. Bild: AFP

Die Flugbegleiter der irischen Fluggesellschaft streiken – 600 Flüge fallen europaweit aus. Zudem verlagert der Konzern einen Teil der Flotte nach Polen.

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          Der Ryanair-Flugbegleiterstreik in mehreren Ländern lässt europaweit Flüge ausfallen. Der Billigflieger hat nach eigenen Angaben am Mittwoch und Donnerstag 600 Flüge abgesagt. Zugleich verkündete die irische Fluggesellschaft, ihre Flotte am Standort Dublin um 20 Prozent zu reduzieren. Damit seien 300 Stellen gefährdet, darunter 100 Piloten und 200 Flugbegleiter.

          Für die Entscheidung zur Kürzung machte die Airline unter anderem rückläufige Buchungen wegen der Pilotenstreiks in Irland verantwortlich. Das Unternehmen wolle sich künftig stärker auf seine Aktivitäten in Polen konzentrieren. Der Bestand in Dublin soll von derzeit 30 auf rund 24 Maschinen reduziert werden.

          Vom Streik betroffen? Sehen Sie in der Box unter dem Text, was Sie tun können.

          Von den Flugbegleiterstreiks sind auch mehrere Verbindungen von und nach Deutschland betroffen. Gestreikt wird bis einschließlich Donnerstag an den Ryanair-Basen in Spanien, Portugal und Belgien. Auch in Italien hat eine Gewerkschaft zu Streiks aufgerufen, die Beteiligung daran war aber zunächst unklar.

          In Deutschland sind am Flughafen Köln/Bonn für Mittwoch und Donnerstag je acht Starts und Landungen gestrichen. In Berlin-Schönefeld wurden für die beiden Tage zusammen sieben Verbindungen abgesagt, weitere könnten noch folgen. An anderen Flughäfen wie Memmingen, Nürnberg, Hamburg, Bremen, Dortmund oder Weeze hat Ryanair einzelne Flüge gestrichen. Immer sollte es zu Zielen in Spanien oder Portugal gehen. Keine Flugabsagen gab es bis Dienstagabend in München, Stuttgart und Frankfurt am Main.

          Ryanair gibt keine Streikliste heraus

          Ryanair hatte sich in der vergangenen Woche geweigert, eine komplette Liste der wegen des Streiks gestrichenen Flüge herauszugeben. Die betroffenen Kunden würden informiert, alle anderen könnten davon ausgehen, dass ihre Flüge stattfinden, hieß es. 50.000 Kunden seien umgebucht oder vollständig entschädigt worden, erklärte Ryanair per Twitter. Über die bereits abgesagten Flüge hinaus erwartet das Unternehmen für Mittwoch keine weiteren Streichungen.

          Die deutschen Gewerkschaften für Piloten und Flugbegleiter haben bislang keinen Arbeitskampf bei Ryanair ausgerufen. Die Vereinigung Cockpit hat aber eine Urabstimmung gestartet, sie läuft noch bis Ende Juli. Die Gewerkschaften stimmen sich auf europäischer Ebene ab und setzen sich für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne bei Europas größtem Billigflieger ein.

          Anmerkung der Redaktion: Der Text wurde mit einer Stellungnahme von Ryanair aktualisiert, der zufolge am Mittwoch und Donnerstag zusammen 600 Flüge gestrichen wurden.

          Was vom Streik Betroffene tun können

          Wenn Ihr Flug annuliert wird, schickt Ryanair Ihnen, eigenen Angaben zufolge so schnell wie möglich, eine SMS oder eine E-Mail. Zudem können Sie Ihren Flug auf dieser Ryanair-Seite eingeben, um zu überprüfen, ob er von den Streiks betroffen ist.

          Wird Ihr Flug abgesagt, können Sie sich aussuchen, ob Sie ihr Geld zurückhaben oder umgebucht werden wollen. Ist Ihr Hinflug ausgefallen und entscheiden Sie sich für eine Erstattung, wird Ihnen damit auch der Rückflug erstattet. Erstattungen müssen Sie über dieses Online-Formular von Ryanair beantragen.

          Wollen Sie trotz gestrichenem Flug weiterhin an Ihr Ziel, muss Ryanair versuchen, Sie auf einen anderen Flug umzubuchen. Als erste Möglichkeit versucht die Fluggesellschaft dazu, einen Platz für Sie auf dem nächstmöglichen Ryanair-Flug derselben Strecke zu finden. Das kann am selben oder am darauf folgenden Tag sein.

          Falls das nicht möglich ist, versucht Ryanair, Sie mit dem nächstmöglichen Ryanair-Flug zu einem alternativen Flughafen im gleichen Land zu bringen. Wollen Sie das nicht, können Sie sich stattdessen den bezahlten Flugpreis erstatten lassen.

          Kann Ryanair Sie mit beiden Möglichkeiten nicht ans Ziel bringen, werden Sie auf einen Flug von einer der Partner-Fluggesellschaften der Iren gebucht. Zu den Partnern gehören Easyjet, Jet-2, Vueling, City-Jet, Aer Lingus, Norwegian und Eurowings.

          Geht auch das nicht am selben oder am darauf folgenden Tag, haben Sie Anspruch auf eine „vergleichbare und angemessene” Alternative, um an Ihr Ziel zu kommen – zum Beispiel per Zug, Bus, anderer Fluglinie oder Mietwagen. In diesem Fall kann es sein, dass Sie den Preis dafür selbst vorstrecken und bei Ryanair hinterher eine Erstattung dafür beantragen müssen. Heben Sie dazu unbedingt alle Rechnungen und Belege auf.

          Weitere Informationen finden Sie hier in den FAQs von Ryanair.

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