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Irischer Billigflieger : Piloten in Deutschland eröffnen Arbeitskampf vor Weihnachten

  • Aktualisiert am

Ryanair bleibt am Freitagmorgen in Deutschland am Boden. Bild: CLODAGH KILCOYNE

Zwei Tage vor Heiligabend streiken die Piloten bei Ryanair in Deutschland - erstmalig in der Geschichte der irischen Billigflieger. Betroffen sind alle Flüge am Freitagmorgen. Sondierungen mit der Vereinigung Cockpit brachten Ärger.

          Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest müssen sich zumindest die deutschen Kunden der irischen Fluggesellschaft Ryanair doch noch auf Streiks der Piloten einrichten. Zu dem vierstündigen Arbeitskampf von fünf bis neun Uhr an diesem Freitag hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) alle festangestellten Piloten der deutschen Basen aufgerufen. Es wäre der erste Streik in der Geschichte der 1985 gegründeten Fluggesellschaft. Die Zahl der betroffenen Flüge war zunächst unklar.

          Zuvor waren nach Darstellung der Pilotengewerkschaft Cockpit erste Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen in Dublin gar nicht erst zustande gekommen. Ryanair habe am Mittwoch zwei der fünf anwesenden VC-Tarifkommissionsmitglieder abgelehnt und damit die gewerkschaftliche Autonomie missachtet, hieß es. „Ryanair spielt weiter auf Zeit und verhindert so den Einstieg in Tarifverhandlungen“, sagte der Verhandlungsführer der Vereinigung Cockpit Ingolf Schumacher.

          Verhandlungspartnern mangelt es an Vertrauen

          Ryanairs „öffentlichkeitswirksame Offerte“, Verhandlungen mit der Vereinigung Cockpit zu führen, könne nur als „weiterer PR-Gag eingestuft werden“, sagte Schumacher weiter. Das Unternehmen sei nicht an einer vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe interessiert.

          Die Gewerkschaft drückte allen betroffenen Passagieren und Mitarbeitern ihr Bedauern angesichts der möglicherweise ausfallenden Flüge aus. Wer ein Ticket für einen Ryanair-Flug am Freitag habe, solle sich direkt an die Airline wenden, riet die Gewerkschaft.

          Ryanair hatte kurz vor der Ankündigung des Warnstreiks noch mitgeteilt, mit der Pilotengewerkschaft am 5. Januar in Frankfurt sprechen zu wollen. Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche die verschiedenen nationalen Gewerkschaften überraschend zu Gesprächen eingeladen und angekündigt, sie als legitime Interessenvertretungen seiner Piloten anzuerkennen. Die Gewerkschaften hatten daraufhin erste konkrete Streikdrohungen zurückgenommen, um die Gespräche nicht zu belasten.

          Das Gesprächsangebot hatte Hoffnungen auf eine Abkehr vom strikt anti-gewerkschaftlichen Kurs des Billigfliegers geweckt, der bislang nur mit lokalen Piloten-Komitees an seinen mehr als 80 europäischen Basen verhandelt hatte. Es gab aber weiterhin bei den Gewerkschaften Misstrauen, dass die Fluggesellschaft lediglich mit einer Hinhaltetaktik das lukrative Weihnachtsgeschäft möglichst störungsfrei halten wolle.

          Die Arbeitnehmervertreter verlangen eine Vielzahl von Verbesserungen in den Arbeitsverhältnissen der rund 4.000 Ryanair-Piloten. Unter anderem stören sie sich an schlecht strukturierten Einsatzplänen, plötzlichen und als willkürlich empfundenen Versetzungen, geringen Fix-Gehältern und dem weit verbreiteten System sogenannter Vertragspiloten.

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