https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ryanair-ist-abhaengig-vom-deutschen-markt-15783094.html

Kommentar : Ryanair ist abhängig

Ryanair-Flugzeug in Weeze Bild: EPA

Die Billigfluggesellschaft reagiert mit Drohungen auf die Streiks ihrer Piloten und Flugbegleiter. Doch die werden ins Leere laufen. Denn das Unternehmen ist zum weiteren Wachstum verdammt.

          1 Min.

          Der Arbeitskampf bei Ryanair in Deutschland eskaliert. Erstmals streiken am Mittwoch hierzulande nicht nur die Piloten, sondern auch die Flugbegleiter. Es ist die zweite Streikwelle binnen eines Monats. Zwar kann das Unternehmen diese offenbar etwas besser auffangen als im Juli, denn anders als damals gibt es keine parallelen Arbeitsniederlegungen in anderen europäischen Ländern. Doch die Zuspitzung des Konflikts in Deutschland ist für die Iren prekär: Das bevölkerungsreichste Land in der EU ist ein wichtiger Wachstumsmarkt.

          Denn Billigfluganbieter wie Ryanair und Easyjet haben in Deutschland Nachholbedarf. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern sind die Marktanteile der Preisbrecher hierzulande vergleichsweise niedrig. Deshalb steht Deutschland weit oben auf ihrer Agenda, wie die Expansion von Easyjet in Berlin und der Aufbau einer Basis von Ryanair in Frankfurt zeigt.

          Das wiederum relativiert die Drohung des Ryanair-Managements, Flugverbindungen und Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen, falls die Gewerkschaften nicht einlenken. Das Unternehmen ist zum weiteren Wachstum verdammt, schließlich hat die Airline beim Lieferanten Boeing 200 Flugzeuge fest bestellt. Ohne mehr deutsche Fluggäste wird es deutlich schwerer, diese zu füllen. Ryanair braucht Deutschland, um seine Expansionsziele zu erreichen.

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weitere Themen

          Oettinger dringt auf „Rente mit 70“

          F.A.Z.-Kongress : Oettinger dringt auf „Rente mit 70“

          „Europa ist der Absteiger-Kontinent“, warnt der frühere EU-Kommissar Günther Oettinger auf dem European Economic Conference der F.A.Z.. Zudem fordert er schnellere Infrastrukturprojekte – und warnt er vor China-Risiken.

          Topmeldungen

          Der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew im Januar 2022 bei einer Parlamentssitzung

          Ukraine-Liveblog : Kasachischer Präsident sichert fliehenden Russen Schutz zu

          Ukrainer rücken im Osten weiter vor +++ Heusgen schlägt Kampfpanzer-Konsortium für Kiew vor +++ Medwedew bekräftigt Russlands Recht, sich mit Atomwaffen zu verteidigen +++ London rechnet für den 30. September mit Anschluss ukrainischer Gebiete an Russland +++ alle Entwicklungen im Liveblog

          Schwache DFB-Elf : So sehen keine Sieger aus!

          Der Schwung des Anfangs ist verflogen, die Spielidee ein Rätsel. Unbesiegbar ist rund um die Nationalelf nur die Selbstüberschätzung. Bei der WM wäre schon der Viertelfinaleinzug ein Erfolg.
          Kinky Sex: Was ist heute „normal“, was dient nur den Interessen der Männer?

          Generation Z : Beginnt eine sexuelle Gegenrevolte?

          Spucken, schlagen, fesseln: Eine ganze Generation ist mit harten Pornos und der Normalisierung von „rough sex“ aufgewachsen. Gerade jüngere Frauen leiden oft darunter. Der Widerstand wächst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.