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Billigflieger : Ryanair-Flugbegleiter schließen sich Streik an

  • Aktualisiert am

Eine Ryanair Boeing 737 Bild: Reuters

Zusammen mit den Piloten wollen jetzt auch die Flugbegleiter in Deutschland am Freitag ganztägig ihre Arbeit niederlegen. Auf Ryanair rollt damit die nächste größte Streikwelle zu.

          Zusammen mit den Piloten wollen auch die Flugbegleiter von Ryanair in Deutschland an diesem Freitag ganztägig in den Streik treten. Die Gewerkschaft Verdi rief die rund 1000 Flugbegleiter am Donnerstag zu dem bundesweiten Ausstand aus. Der Streik werde mit Beginn der Frühschicht starten und einen ganzen Tag dauern, erklärte Verdi. Grund dafür sei, dass der irische Billigflieger „auch nach vier Verhandlungsrunden kein zufriedenstellendes Angebot“ vorgelegt habe. „Die größte Low-Cost-Airline Europas verweigert den Beschäftigten nach wie vor ein würdiges Einkommen und eine angstfreie Unternehmenskultur“, kritisierte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle in Berlin. 

          Auf den Billigflieger Ryanair rollt damit die nächste große Streikwelle zu. Crews aus sechs verschiedenen europäischen Ländern wollen am Freitag ganztägig die Arbeit niederlegen. Trotzdem strich Europas größter Billigflieger bis Donnerstagnachmittag nicht einmal 200 Flüge aus dem Programm mit mehr als 2400 Verbindungen – die große Mehrheit der Beschäftigten werde ihren Dienst antreten.

          In Deutschland haben die Vereinigung Cockpit (VC) für die Piloten und Verdi für die Flugbegleiter zum Streik an allen deutschen Standorten aufgerufen. Schon am Mittwoch hatte Ryanair für Freitag 150 Europa-Flüge abgesagt. Diese Zahl erhöhe sich noch einmal um 35 bis 45 Streichungen, weil kurzfristig die VC ihre Teilnahme an dem Streik bekanntgegeben hatte. Das wären nur rund 10 Prozent des für Deutschland geplanten Programms. Eine Streichliste wurde abermals nicht veröffentlicht, dafür sollen betroffene Passagiere individuell informiert werden.

          In Charleroi droht Chaos

          Die Vereinigung Cockpit bezweifelte, dass es nur zu geringen Auswirkungen auf den Flugverkehr kommen werde: „Es werden deutlich mehr als 35 Flüge ausfallen“, sagte VC-Sprecher Janis Schmitt. Beim letzten Streik der Piloten hatte Ryanair in Deutschland 150 von 400 Flügen abgesagt.

          Ryanair riskiere mit der Absage nur weniger Flüge ein Luftverkehrs-Chaos, warnte die belgische Gewerkschaft CNE in Brüssel. „Indem es angesichts des morgigen Streiks nicht genügend Flüge annulliert, verhält sich Ryanair unverantwortlich und riskiert Spannungen und Unsicherheiten für Flughafenmitarbeiter, eigene Beschäftigte und Passagiere.“ Am Flughafen Charleroi etwa drohe angesichts von bis zu 20.000 erwarteten Passagieren Unruhe.

          Die größte Ryanair-Basis in Deutschland ist der Flughafen Frankfurt. Dort plant Verdi – wie in Berlin-Schönefeld – am Freitag eine Kundgebung, zu der auch Kollegen anderer Standorte kommen sollen. In Frankfurt waren am Donnerstagnachmittag noch alle 22 geplanten Ryanair-Abflüge gültig.

          Ryanair hat Wettbewerbsbeschwerde eingelegt

          Nach mehreren regionalen Auseinandersetzungen ist für Freitag auch der zweite pan-europäische, gemeinsame Streik von Piloten und Flugbegleitern geplant. Beteiligt sind Beschäftigte aus Spanien, Portugal, Belgien, Italien, den Niederlanden und Deutschland. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

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