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Billigfluggesellschaft : Ryanair einigt sich in seinem Heimatland

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Ryanair drohen in Irland erstmal keine weiteren Streiks. Bild: EPA

Die Billigfluggesellschaft hat sich mit seinen irischen Piloten geeinigt. Damit ist der Konflikt im Heimatland gelöst – in Deutschland allerdings noch nicht.

          Der Billigflieger Ryanair hat sich im Tarifstreit mit seinen Piloten in Irland geeinigt. Die Pilotengewerkschaft Forsa erklärte am Donnerstag, sie empfehle ihren Mitgliedern, die Vereinbarung per Urabstimmung anzunehmen. Zu den Details hätten beide Seiten Stillschweigen vereinbart, solange das Votum der Beschäftigten läuft. Ryanair verhandelt seit Ende letzten Jahres erstmals mit Gewerkschaften für Piloten und Kabinenbeschäftigte in mehreren Ländern über Tarifverträge, darunter in Deutschland mit der Vereinigung Cockpit (VC) und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Mehrere Treffen mit der VC verliefen bisher ergebnislos.

          Am Stammsitz in Dublin kam es nach 22 Stunden Verhandlung mit Hilfe eines Schlichters zu einem Kompromiss. Ryanair-Aktien stiegen in Reaktion auf den ersten Durchbruch im Tarifkonflikt um mehr als fünf Prozent. Während der zäh verlaufenden Gespräche war es in den vergangenen Monaten mehrmals zu Streiks und Flugausfällen gekommen.

          Einen Höhepunkt der Arbeitsniederlegungen gab es am 10. August, als Piloten aus Deutschland, Irland, Belgien, den Niederlanden und Schweden gleichzeitig einen Tag lang streikten. Davon waren 55.000 Passagiere betroffen, die meisten von ihnen in Deutschland. Die Beschäftigten fordern höhere Bezahlung und Regeln zu anderen Konditionen, wie in Tarifverträgen üblich. Für den Billigflieger, der erst nach massiven Flugausfällen wegen Personalmangel im vergangenen Jahr von seiner gewerkschaftsfeindlichen Haltung abrückte, gerät das auf niedrigen Kosten beruhende Geschäftsmodell unter Druck.

          Andere Pilotengewerkschaften warteten gespannt auf das Ergebnis, das ihre irischen Kollegen erzielen würden. Von den insgesamt mehr als 4000 Flugzeugführern von Ryanair sind etwa 350 in Irland stationiert. VC-Sprecher Janis Schmitt erklärte, die Gewerkschaft wolle zunächst die Details bewerten und dann entscheiden, wie es weitergeht. Skeptisch äußerte sich die niederländische Pilotengewerkschaft VNV. Die Einigung der Iren sei auf Regeln zu Versetzungen und Beförderungen beschränkt. „Wir müssen die Details prüfen, aber bisher sehen wir in dieser Vereinbarung nicht viel, auf das wir aufbauen können, da wir andere Prioritäten haben“, erklärte VNV-Sprecher Joost van Doesburg.

          RYANAIR HLDG.

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