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Dea an Michail Fridman : RWE kämpft für Verkauf an Oligarchen

  • -Aktualisiert am

Eine Ölplattform von Dea in der Ostsee. Bild: dpa

Der Energiekonzern RWE will seine Gassparte Dea an einen russischen Oligarchen verkaufen. Jetzt stockt das Geschäft. Doch RWE sucht einen Kompromiss.

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          Für Deutschlands zweitgrößten Energieversorger steht viel auf dem Spiel: 5,1 Milliarden Euro will der Essener RWE-Konzern mit dem Verkauf seiner Öl- und Gassparte Dea an den russischen Investor Michail Fridmann einnehmen, um seine bedrohlich hohe Verschuldung zu senken. Doch die britische Regierung hat wegen des Dea-Fördergeschäfts in der Nordsee ein faktisches Vetorecht – und die Briten verweigern wegen der politischen Spannungen mit Russland bisher die Zustimmung zu dem geplanten Milliardenverkauf an den russischen Oligarchen Michail Fridman.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jetzt versucht RWE-Chef Peter Terium offenbar mit einem neuen Kompromissvorschlag, die skeptischen Politiker in London zu überzeugen: „Wir haben verstanden, warum die britische Regierung Bedenken hat, und ich denke, wir werden in der Lage sein, eine Lösung anzubieten, die diesen Bedenken Rechnung trägt“, zitierte die britische Zeitung „Financial Times“ Terium. Er sei weiter zuversichtlich, dass der Milliardenverkauf erfolgreich abgeschlossen werde, deutete aber an, dass dies länger als bisher erwartet dauern könnte: „Für mich ist Qualität wichtiger als Schnelligkeit“, sagte Terium über die Hängepartie, die sich bereits seit dem Frühjahr hinzieht.

          Ein RWE-Sprecher wollte die Aussagen seines Konzernchefs am Montag zunächst weder dementieren noch bestätigen. Die Regierung in London befürchtet, dass der Oligarch Fridman, der Dea kaufen will, auf der Sanktionsliste geächteter russischer Wirtschaftsführer landen könnte. Dies sei zwar unwahrscheinlich, doch könnten für diesen Fall „vertragliche Vorkehrungen“ getroffen werden, sagte Terium laut der britischen Zeitung. Als eine mögliche Lösung gilt die Gründung einer sogenannten Zweckgesellschaft, in die von der Dea erwirtschaftete Gewinne fließen könnten.

          Unklar ist bisher, ob die Vorschläge aus Essen Großbritanniens Energieminister Edward Davey genügen. Sein Sprecher wollte sich zu dem Thema am Montag nicht äußern. Laut „Financial Times“ ist die britische Regierung weiter besorgt, dass mögliche zukünftige Sanktionen auch die Nordsee-Aktivitäten der Dea treffen könnten. RWE hat den Verkauf der Sparte an Fridman bereits Mitte März bekanntgegeben. Der Energieriese will mit dem Erlös seinen Schuldenberg von rund 30 Milliarden Euro verringern.

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