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Verflechtung : Russland kann weiter auf Österreich setzen

Eine Filiale der österreichischen Raiffeisen Bank in Moskau. Bild: picture alliance

In Österreich tun sich Akteure auch ein Jahr nach dem Überfall auf die Ukraine schwer mit einer klaren Haltung gegenüber Putin. Die Stimmung ist prorussisch geprägt.

          6 Min.

          Russophilie hat heute andere Maßstäbe als vor einem Jahr. Österreich trägt die Sanktionen gegen Russland nach dessen Invasion in die Ukraine mit. Doch drängt sich der Eindruck auf, dass dies vielen Akteuren große Mühe bereitet. Dies bestätigt auch der Leiter der Diplomatischen Akademie in Wien, Emil Brix, im Gespräch mit der F.A.Z. „Vertreter aus Österreich – sowohl der Politik als auch aus der Wirtschaft – lassen eine prorussische Stimmung aufkommen. Das schadet der westlichen Allianz“. Zwar beurteilt Brix das Vorgehen der Behörden gegen Oligarchen und russisches Vermögen als ordentlich und im Einklang mit der EU. Doch sieht es der erfahrene Diplomat – der auch Botschafter in Moskau war – kritisch, wenn Österreich sich mit Vorschlägen in Stellung bringt, wie etwa Beziehungen wegen ökonomischer Interessen wieder aufzubauen.

          Michaela Seiser
          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Fast ein Jahr nach Beginn der russischen Ukraine-Invasion sind nach Untersuchungen der Kyiv School of Economics (KSE) zwei Drittel der zuvor schon tätigen Unternehmen aus Österreich weiterhin in Russland aktiv. Von gut fünf Dutzend genannten Gesellschaften haben seit dem 24. Februar nur drei den russischen Markt verlassen, neun hätten einen Ausstieg ankündigt, 42 wollten bleiben. Somit sind österreichische Investoren Russland gegenüber deutlich loyaler als Unternehmen aus anderen Ländern.

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