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Vor dem Ruhestand : Mittelständler finden keine Nachfolger mehr

Nicht immer auf goldenem Boden: Viele Inhaber von Handwerksbetrieben suchen nach einem Nachfolger. Bild: RAINER UNKEL

Unternehmer kurz vor dem Ruhestand sind verzweifelt: Keiner will ihren Betrieb haben – oft wegen zu hoher Forderungen der Eigentümer. Besonders schwierig ist die Nachfolgersuche in Ostdeutschland.

  • -Aktualisiert am
          3 Min.

          Chef eines Unternehmens zu sein – eigentlich müsste das eine reizvolle Aufgabe sein. Doch so viele Unternehmer wie nie zuvor haben Probleme, einen Nachfolger zu finden. Mehr als 6900 Mittelständler haben sich 2018 hilfesuchend an die für sie zuständige Industrie- und Handelskammer gewandt, weil sie ihr Unternehmen in andere Hände übergeben wollten. Fast jeder zweite (48 Prozent) hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen potentiellen Nachfolger. Beide Zahlen seien ein neuer Negativrekord, heißt es in einem bislang unveröffentlichten Bericht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          Knapp ein Drittel der Senior-Unternehmer kam aus dem Handel. An zweiter Stelle folgte die Industrie, an dritter das Hotel- und Gaststättengewerbe. Von den rund 3900 Menschen, die umgekehrt Interesse an einer Übernahme bekundeten – auch dies ein Negativrekord, so wenige waren es noch nie –, wollten die meisten einen Industriebetrieb. An Hotels und Gaststätten gab es dagegen kaum Interesse. Verwunderlich ist das nicht. In der Branche mangelt es seit Jahren an Fachkräften, die unregelmäßigen Arbeitszeiten mit Abend- und Wochenendschichten schrecken Jugendliche ab. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März 2020 in Kraft tritt, soll die Lage zwar entspannen. Wollte Deutschland bislang vor allem Akademiker anlocken, werden nun auch die Hürden für Ausbildungsberufe gesenkt. Doch ob dies ausreicht, muss sich erst noch zeigen.

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