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Forderung überrascht Konzerne : Greenpeace: Rüstungsindustrie soll Beatmungsgeräte herstellen

Ein Junge sitzt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung im August 2019 auf einem Leopard 2 Panzer. Bild: dpa

Rheinmetall, Heckler & Koch oder Krauss Maffei Wegmann sollen Beatmungsgeräte und Schutzkleidung herstellen, findet Greenpeace. Mancher Hersteller hat von sich aus schon Angebote gemacht, andere wiegeln ab.

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          Die führenden Ausrüster der Bundeswehr geraten immer mehr unter öffentlichen Druck, mit zivilen Unternehmen gleichzuziehen und ihre Produktion auf die Herstellung von medizinischem Material umzustellen. Doch die Betroffenen wehren sich. Sie verweisen darauf, dass ihre Produktionsstätten auch in naher Zukunft ausgelastet sind und die Branche  auch im Zuge der Corona-Krise zur schützenswerten Infrastruktur des Landes gehöre.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ebenso wie zuvor diverse Vertreter der politischen Opposition in Berlin forderte jüngste auch Geeenpeace Hersteller wie Rheinmetall, Heckler & Koch sowie Krauss Maffei Wegmann (KMW) dazu auf, „dringend benötigtes medizinisches Material wie Beatmungsgeräte oder medizinische Schutzkleidung“ in ihren Werken zu fertigen, heißt es in einem Offenen Brief der Organisation. Dieser bezog sich auf den jüngsten Plan von Rheinmetall, die Montage von medizinischen Beatmungsgeräten prüfen zu wollen.

          Nach Ansicht der Organisation verlange die aktuelle Notlage im Zuge der Corona-Pandemie, dass sich auch Rüstungskonzerne umstellen: „Sie sollten die Fähigkeiten ihres hoch qualifizierten Personals nutzen, um Güter zu produzieren und Dienstleistungen bereitzustellen, die wir dringend im Kampf gegen das Coronavirus benötigen“, begründete Thomas Breuer, Leiter des Friedensteams von Greenpeace, in dem Offenen Brief sein Anliegen.

          Heckler & Koch reagiert diplomatisch

          Die Führung von Heckler & Koch, die zu den Adressaten des Briefes gehört, reagierte auf den Vorstoß diplomatisch: „Sie sehen uns, was das Engagement für unsere Gesellschaft angeht, vollständig auf Ihrer Seite“, schreibt Geschäftsführer Jens-Bodo Koch in seiner Antwort an Greenpeace. Dabei verweist der schwäbische Waffenhersteller für Bundeswehr und Polizeikräfte im In- und Ausland auf die volle Auslastung seiner Produktionsstätten.

          Heckler & Koch leistet mit der pünktlichen Erfüllung solcher Aufträge zumindest indirekt seinen Beitrag, die Gesundheit der heimischen Bevölkerung zu schützen, indem Recht und Ordnung in Deutschland aufrecht erhalten werde, heißt es in dem Schreiben von Koch weiter. Darüber hinaus habe der Hersteller von Schnellfeuer-Waffen Unternehmen wie Dräger angeboten, mit seinen technischem Personal bei der Produktion von medizinischen Geräten zu helfen. Doch zur angedachten Kooperation zwischen beiden kam es bislang nicht.

          Panzerhersteller KMW überrascht

          Auch der Panzerhersteller KMW reagiert auf den Aufruf von Greenpeace, zumindest in Teilen auf die Produktion ziviler Produkte umzuschwenken, überrascht. Man habe in diesen Bereichen weder die technische Expertise noch freie Kapazitäten, heißt es in München. Die Auslastung in den inländischen Werken sei mit Aufträgen für die Bundeswehr über Jahre gegeben.

          Hinzu kommt: Im Gegensatz zum Gros der deutschen Industrie sind die Rüstungshersteller von Verwerfungen in der globalen Wirtschaft kaum betroffen. „Wir haben noch keine Probleme mit unseren Lieferketten“, heißt es bei KMW, der gemeinsam mit Rheinmetall Kampfpanzer wie den „Leopard 2“ herstellt und mit 3500 Beschäftigten rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr umsetzt. Dabei kooperiert etwa KMW bei diversen Rüstungsprojekten mit einer Vielzahl von Lieferanten, die schon aus Sicherheitsgründen vor allem in Europa angesiedelt sind.

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