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Rüstungsgeschäft mit Hellas : Rheinmetall gibt Bestechung zu

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Rheinmetall geht in die Offensive: „Bei Rheinmetall sind Fehler gemacht worden. Dafür stehen wir gerade“, sagt Vorstandschef Papperger. Bild: Reuters

Der Rüstungskonzern Rheinmetall zahlt 37 Millionen Euro und gibt zu, griechische Behörden bestochen zu haben. Außerdem muss der Konzern aus einem bestimmten Grund weitere Millionen an den Fiskus zahlen.

          Der Rüstungskonzern Rheinmetall zahlt wegen Schmiergeldzahlungen in Griechenland ein Millionen-Bußgeld. Die Bremer Tochtergesellschaft Rheinmetall Defence Electronics GmbH (RDE) werde einen Bußgeldbescheid der Bremer Staatsanwaltschaft in Höhe von gut 37 Millionen Euro akzeptieren, teilte der Konzern an diesem Mittwoch mit.

          Damit ende das Unternehmensstrafverfahren im Zusammenhang mit dem Vorwurf, bei Rüstungsgeschäften mit Griechenland seien unerlaubt Zahlungen durch einen Rheinmetall-Repräsentanten geflossen. „Bei Rheinmetall sind Fehler gemacht worden, dafür stehen wir gerade“, sagte Vorstandschef Armin Papperger der „Süddeutschen Zeitung“: „Herumlavieren hätte uns gar nichts gebracht.“

          Die 37 Millionen Euro, die Rheinmetall nun zahlt, teilen sich demnach auf in ein Bußgeld in Höhe von 300.000 Euro und mehr als 36 Millionen Euro für illegal erzielte Gewinne. Dem Bericht zufolge muss Rheinmetall außerdem 6,4 Millionen Euro nachzahlen an das Finanzamt, weil die gezahlten Schmiergelder zu unrechtmäßig als Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt worden sein sollen. Zusammengerechnet zahlt Rheinmetall in diesem Korruptionsfall also rund 43 Millionen Euro.

          Griechenland hatte im vergangenen Jahrzehnt gemessen an seiner Wirtschaftsleistung die höchsten Rüstungsausgaben in der Europäischen Union. Dies war einer der Gründe für die enorme Verschuldung des Landes. Mehrere Rüstungskonzerne waren wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen an Griechenland unter Druck geraten.

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