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Konflikt um Rüstungsexporte : Deutscher Exportstopp bremst Raketenhersteller

MBDA Systems auf der Pariser Air Show Bild: action press

Der europäische Konzern MBDA Systems wird wegen Streitfällen mit Saudi Arabien und anderen stärker von nationalen Aufträgen abhängig. Das Unternehmen blickt immer wieder gespannt nach Berlin.

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          Der europäische Raketenhersteller MBDA Systems erwartet in absehbarer Zeit eine Entspannung im Konflikt um die europäischen Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien. Das Unternehmen ist von der Weigerung Deutschlands betroffen, Exportgenehmigungen nach Saudi-Arabien zu erteilen. Großbritannien will 48 Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter Typhoon nach Saudi-Arabien liefern, die mit MBDA-Raketen namens Meteor ausgestattet sind. Doch Deutschland blockiert die Ausfuhr, weil sich darin Komponenten von deutschen Standorten befinden. In erster Linie handelt es sich dabei um Teile des Eurofighters, betroffen sind aber auch Komponenten der Raketen.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Die Bundesregierung hat kürzlich den Exportstopp um drei Wochen auf Ende März verlängert. Er gehe nicht davon aus, dass die Blockade mittel- oder langfristig andauere, sagte der MBDA-Vorstandsvorsitzende Antoine Bouvier am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Paris. „Auch wenn die politische Frage kompliziert ist, so ist ein Bewusstseinswandel festzustellen.“ Die Beteiligten seien sich zunehmend im Klaren darüber, dass die Exportfragen bei gemeinsamen Rüstungsprojekten möglichst frühzeitig geregelt werden müssen, sagte er und schloss dabei allerdings nicht aus, dass die Lieferblockade den MBDA-Umsatz in diesem Jahr belasten könne.

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