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Branche in Angst : Der Exodus der deutschen Rüstungsindustrie beginnt

Kampfpanzer Leopard 2 von Krauss-Maffei Wegmann Bild: dpa / Krauss-Maffei Wegmann

Die Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei-Wegmann mit dem französischen Wettbewerber Nexter missfällt der Industrie hierzulande. Dies sei der Anstoß für eine zunehmende Verlagerung ins Ausland.

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          Die Panzerallianz zwischen Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und dem französischen Wettbewerber Nexter bringt deutsche Politiker und Konkurrenten in Zugzwang. Manager diverser Hersteller wurden von Details und Terminplan für die geplante Fusion überrascht, über die F.A.Z. vorab berichtete. Sie wollen die Folgen dieses Projektes genau prüfen. Das Vorhaben setze Konkurrenten und Zulieferer unter Druck, dem deutsch-französischen Verbund zu folgen oder aber nach ähnlichen Zweckbündnissen zu suchen, lautete der Tenor aus der Industrie.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          KMW und Nexter hatten am Dienstag verkündet, unter dem Dach einer gemeinsamen Holdinggesellschaft einen neuen Panzerhersteller nach dem Vorbild des Airbus-Konzerns zu formen. Das Projekt, das unter dem Projektnamen „Kant“ in den vergangenen zwei Jahren diskret verhandelt wurde, soll bis Frühjahr 2015 umgesetzt sein.

          Die Kurskorrektur überfordert die Hersteller

          Dank eines hohen Auftragsbestandes von insgesamt 6,5 Milliarden Euro sei die Produktion auf deutscher und französischer Seite zwar bis 2018 ausgelastet und werde an der Eigenständigkeit der Unternehmen zunächst nichts ändern. Doch nach diesem Termin rechnen Kenner der Branche damit, dass sich die Entwicklung neuer Systeme oder auch Teile der Produktion von schwerem Kriegsgerät zunehmend in Standorte außerhalb Deutschlands verlagern werde. „Der Exodus der deutschen Rüstungshersteller beginnt“, umschreibt ein ranghoher Manager eines Konkurrenten dieses Szenario.

          Das KMW-Werk in München: Die Industrie sieht den Standort Deutschland bedroht

          Der Rückzug aus Deutschland hat mit den rückläufigen Bestellungen der Bundeswehr, aber auch mit der Rüstungspolitik der Bundesregierung zu tun. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) machte mehrfach deutlich, dass die Lieferung von Rüstungsgütern in Staaten außerhalb von EU und Nato sehr viel strenger kontrolliert werde. Den betroffenen Herstellern riet er, auf die Produktion ziviler Güter umzuschwenken.

          Die radikale Kurskorrektur überfordert einige Waffenhersteller. Viele planen daher die Verlagerung ins Ausland. Der Pakt zwischen KMW und Nexter ist wohl nur der Auftakt: „Ich vermute, dass dieser Zusammenschluss, wenn er denn passiert, nur der erste Schritt sein wird von einer ganzen Reihe von anderen Schritten in der gleichen Industrie“, ist Kurt Lauk, der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, überzeugt.

          Die Bundesregierung will die Fusion prüfen

          Er machte dafür auch die von Minister Gabriel verfochtene restriktive Exportpolitik bei Waffen verantwortlich: „Wenn ich keine Rüstungsexporte mehr zulasse, brauche ich auch keine deutsche Rüstungsindustrie mehr“, sagte Lauk weiter. Die Bundesregierung kündigte an, die geplante Fusion von KMW und Nexter genau zu prüfen. Wenn der Fusionsvertrag bis Jahresende unterschrieben sei, müsse dieser der Regierung nach den Regeln des Außenwirtschaftsgesetzes gemeldet werden, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums.

          Die Regierung habe dann die Möglichkeit, das Geschäft zu untersagen oder Auflagen zu erlassen, wenn sicherheitspolitische Interessen Deutschlands betroffen wären. Allerdings betonte das Ministerium, dass mit dem Verbund von KMW und Nexter ein wichtiger Schritt für die Konsolidierung in der europäischen Rüstungsindustrie gelungen sei. Das könne Leistungsfähigkeit und Arbeitsplätze der Branche sichern.

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