Möbelhändler : Rückschläge für Ikea Deutschland
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Ikea-Schild in Brandenburg Bild: dpa
Ikea verliert in Deutschland Umsatz und Marktanteile. Der Chef zeigt sich jedoch kämpferisch.
Der schwedische Möbelhersteller Ikea hat auf dem deutschen Markt einen leichten Umsatzrückgang verzeichnet. Im Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen 5,3 Milliarden Euro Umsatz, das waren 3,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie Ikea auf einer Pressekonferenz am Donnerstag mitteilte. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Rekordumsatz. Grund für den Rückgang seien auch die Corona-Maßnahmen gewesen, rund vier Monate mussten die 54 Einrichtungshäuser schließen. Die stationären Erlöse gingen dadurch um ein Viertel zurück. Auch die „Turbulenzen auf den internationalen Produktionsmärkten und Transportwegen“ hätten das Unternehmen in diesem Jahr vor große Herausforderungen gestellt.
Noch mehr wurmen könnte Ikea jedoch eine andere Tatsache: Neben Umsatz verlor der Möbelhändler auch wichtige Marktanteile in Deutschland. Dabei spiele auch die harte Wettbewerbssituation eine große Rolle, sagt Dennis Balslev. Zwar bleibt Ikea auch in Deutschland weiterhin Marktführer, in diesem Jahr hätten aber auch Onlinehändler wie Amazon und Otto oder Matratzen-Shops vom Möbelgeschäft profitieren können. Der Ikea-Chef zeigt sich jedoch kämpferisch: Das Möbelhaus werde sich die Marktanteile zurückholen, in den nächsten sechs Jahren plane Ikea, diese zu verdoppeln.
Den Grundstein dafür legt Ikea mit seinem digitalen Geschäft: Das Onlinegeschäft ist in diesem Jahr weiter stark gewachsen, Ikea konnte den Umsatz hier (1,747 Milliarden Euro) mehr als verdoppeln. Der Onlineanteil am Einzelhandelsumsatz stieg damit auf 34,3 Prozent, im Vorjahr waren es noch 16,2 Prozent. Ikea investierte aber auch weiter in sein stationäres Geschäft: In Karlsruhe baute das Unternehmen ein Einrichtungshaus, im Raum Berlin eröffneten drei sogenannte Planungsstudios, die kleiner sind als reguläre Ikea-Geschäfte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr investierte das Unternehmen insgesamt 185 Millionen Euro.
Zudem warnte Ikea-Chef Balslev vor weiteren Geschäftsschließungen. Jedoch habe auch Ikea eine gesellschaftliche Verantwortung in Pandemiezeiten. „Für eine 2-G-Regelung wären wir vorbereitet“, sagt er. Diese sei deutlich besser für die Unternehmen als eine abermalige Ladenschließung. Für das nächste Jahr kündigte das Unternehmen Preiserhöhungen an, wie hoch diese ausfallen, wurde nicht gesagt. Die Lieferengpässe und höheren Rohstoffkosten für Holz, Metall und Schaumstoffe hätten das Unternehmen aber härter getroffen als erwartet. Ikea wolle jedoch weiterhin für seine Kunden erschwinglich bleiben. Insgesamt beschäftigte Ikea im abgelaufenen Geschäftsjahr mehr als 19.700 Mitarbeiter. Trotz Geschäftsschließungen erhielten diese weiterhin ihr volles Gehalt, Ikea habe weiter auf Kurzarbeit in diesem Jahr verzichtet.