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Rückläufige Umsätze : Kaufhof-Mutterkonzern trennt sich von seinem Chef

  • Aktualisiert am

Jerry Storch Bild: Reuters

Der Konzern hinter der Warenhauskette Galeria Kaufhof steckt in der Krise. Das bekommen die Kaufhof-Mitarbeiter gerade deutlich zu spüren. Jetzt muss auch ihr oberster Chef gehen.

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          Der Mutterkonzern der kriselnden Warenhauskette Kaufhof, Hudson’s Bay Company (HBC), hat sich von seinem Chef Jerry Storch getrennt. Er verlasse HBC zum 1. November und kehre zu seinem Beratungsunternehmen Storch Advisors zurück, wie das kanadische Unternehmen am Freitag (Ortszeit) mitteilte. Kommissarisch übernimmt Verwaltungsratschef Richard Baker den Posten. Nach einem Nachfolger wird gesucht. Bei Kaufhof geht man nicht davon aus, dass die Personalie Auswirkungen auf das Geschäft haben werde.

          Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb, der Verwaltungsrat werfe Storch vor, die Lage in Deutschland und Europa falsch eingeschätzt zu haben. Zuvor hatten bereits andere ranghohe HBC-Manager das Unternehmen verlassen. Die Kanadier waren im Geschäftsjahr 2016/17 tief in die roten Zahlen gerutscht. Im Sommer hatten sie Jobkürzungen angekündigt.

          Baker versicherte den Mitarbeitern in einem Brief, HBC werde auch nach dem Ausscheiden von Storch an der bisherigen Strategie festhalten. Die Personalie bedeute keine Kursänderung. „Selbstverständlich stehen wir auch weiterhin zu unserem Engagement und unserer Wachstumsstrategie in Europa“, heißt es in dem Schreiben. „Wir haben einen Plan, der uns nach vorne bringen wird. Ich glaube auch weiterhin fest an die Zukunft der Warenhäuser.“ Auch Kaufhof versicherte den Beschäftigten, die Personalie werde keine Auswirkungen haben. „HBC ist und bleibt ein starker Partner an unserer Seite und steht weiterhin fest zu seinem Engagement in Deutschland, Belgien und den Niederlanden“, hieß es in einem Schreiben.

          HBC hatte Kaufhof 2015 vom Handelskonzern Metro erworben. Im Geschäftsjahr 2016/17 waren die Kanadier tief in die roten Zahlen gerutscht. Auch Kaufhof leidet unter Verlusten und rückläufigen Umsätzen. Der Handelsriese will deshalb Einschnitte bei Löhnen und Gehältern der etwa 21.000 Mitarbeiter durchsetzen.

          Wer wird neuer Kaufhof-Geschäftsführer?

          Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Kaufhof-Chef Wolfgang Link vom Chefposten in den Aufsichtsrat wechselt. Am Mittwoch wurde er zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Als oberster Kontrolleur und Vorstandsvorsitzender von HBC Europe werde Link den Transformationsprozess von Galeria Kaufhof weiter eng begleiten. "Wir haben bereits zentrale Maßnahmen eingeleitet, um das Unternehmen nachhaltig erfolgreich aufzustellen, und werden diesen Kurs konsequent fortsetzen", sagte Link.

          Noch nicht entschieden hat der Aufsichtsrat darüber, wer Link auf dem Vorsitz der Geschäftsführung von Galeria Kaufhof nachfolgen soll. Als Favorit gilt - wie berichtet - der frühere Real-Geschäftsführer Roland Neuwald. Der Aufsichtsrat werde sich zügig mit der Neubesetzung befassen, versprach Link. Bis dahin führt nun das vierköpfige Leitungsteam gemeinsam den Konzern.

          Das Kölner Traditionsunternehmen steht vor schwierigen Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über finanzielle Zugeständnisse der Mitarbeiter. Link strebt einen Sanierungstarifvertrag an. Die Fortsetzung der "vertrauensvollen Zusammenarbeit" mit den Arbeitnehmervertretern liege ihm besonders am Herzen, ließ er sich nun zitieren. Mit den geplanten Einsparungen will das Management auf die weiterhin angespannte Geschäftslage reagieren.

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