https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/rosneft-wie-die-lage-fuer-russlands-oelindustrie-kippen-kann-18091825.html

Ölkonzern Rosneft : Düstere Aussichten für Russlands Ölindustrie

Wasser, Eis, Öl und Erdgas: Eine auch von Rosneft betriebene Ölplattform nahe der russischen Insel Sachalin Bild: Bloomberg

Konzerne wie Rosneft profitieren jetzt noch von hohen Öl-Preisen. Doch dürfte ihre Produktion in diesem Jahr wegen des EU-Ölembargos erheblich zurückgehen.

          3 Min.

          Wie sehr Russland derzeit von den hohen Öl- und Gaspreisen profitiert, zeigt eine Nachricht von Ende Mai: Da verkündete der größte Ölkonzern des Landes, Rosneft, eine Rekord­dividende in Höhe von insgesamt umgerechnet rund 7 Milliarden Dollar auszuschütten, was in etwa der Hälfte des jährlichen Reingewinns entspricht. Zuvor hatte auch der wie Rosneft staatlich kon­trollierte Gaskonzern Gazprom seinen Anlegern schon eine höhere Ausschüttung als je zuvor angekündigt.

          Katharina Wagner
          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Und doch sind die Aussichten für Rosneft in diesem Jahr düster. Ein Erfolgsjahr wie 2021 – als der Konzern im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft seinen Reinerlös in Dollar berechnet auf nie da­gewesene 11,7 Milliarden Dollar steigern konnte – dürfte sich kaum wiederholen. Zwar hatte auch dieses Jahr aus Unternehmenssicht gut begonnen: Nach Russlands Angriff auf die Ukraine und in Er­wartung des Ende des Jahres in Kraft tretenden EU-Ölembargos schoss der Öl­preis weiter in die Höhe. So kann Rosneft es sogar verschmerzen, sein Öl derzeit wegen der Sanktionen und des freiwilligen Rückzugs westlicher Käufer mit erheblichen Preisnachlässen von etwa 30 Prozent verkaufen zu müssen.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Videokonferenz zwischen Joe Biden und Xi Jinping im November 2021.

          China und Amerika : Ist ein Krieg noch zu vermeiden?

          Ob und wie sich der Wettkampf der Systeme kontrollieren lässt, wird öffentlich bislang kaum debattiert. Der Weckruf des ehemaligen australischen Premierministers Kevin Rudd ist angesichts der Taiwankrise aktuell wie nie.
          Boris Feldman (links) und Lars Meyer sind bei Freshfields leitend für die Mandanten aus der Tech-Branche verantwortlich.

          Top-Anwälte im Interview : „Die DSGVO war sinnlos“

          Kaum ein Schluckauf für große Tech-Konzerne sei die Datenschutz-Grundverordnung gewesen, meinen zwei Partner der Kanzlei Freshfields – sie habe das Surfen nur umständlicher gemacht.