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Rosneft-Chef im Gespräch : Schröder, Setschin und Putins Öl

  • -Aktualisiert am

Männerfreundschaft: Altbundeskanzler Gerhard Schröder und der Vorstandsvorsitzende von Rosneft, Igor Iwanowitsch Setschin Bild: Matthias Lüdecke

Igor Setschin ist der Vorstandvorsitzende von Rosneft. Erstmals seit Jahren gibt der Vertraute von Putin ein Interview. Für Deutschland ist sein Konzern nicht ganz unwichtig.

          6 Min.

          Gerhard Schröder fasst sich ans rechte Ohr. Er wackelt an dem Ohrclip. Offenbar kommt die Simultanübersetzung nicht an. Er greift nach dem Steuergerät auf dem Tisch. Einmal, zweimal. Offenbar wieder kein Ergebnis. Schröders zerfurchte Stirn bildet eine weitere Falte. Derweil preist der Redner ihn wegen seiner großen politischen Erfahrung, als „eine sehr angesehene Persönlichkeit in der Wirtschaft“. Schröder werde die Grundlagen für die Energiesicherheit in Europa stärken.

          Andreas Mihm
          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          In Deutschland war das anders kommentiert worden, als Schröder mitten im Bundestagswahlkampf bekanntgab, in den Aufsichtsrat des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft zu wechseln. Der Alt-Kanzler, schon mit russischem Gasgeschäft verbandelt, jetzt als oberster Sachwalter russischer Ölinteressen beim „größten Energielieferanten der EU“? Tatsächlich wurde er gleich zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Jetzt ist Schröder, über den berichtet wird, er habe eine neue Liebe und Hochzeitspläne, zu Besuch beim wichtigsten deutschen Ableger seines neuen Arbeitgebers, der Ölraffinerie Schwedt. Da lässt sich auch der Vorstandsvorsitzende Igor Setschin die Reise in die ostdeutsche Provinz nicht nehmen. Rosneft hat viele Interessen – auch in Deutschland. Schröder gibt dem Konzern dafür sein Gesicht.

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