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Aida-Kreuzfahrtschiffe : Roboter an Bord!

Bitte auf der Brücke melden, Mr. Roboto! Bild: Aida

Auf Aida-Kreuzfahrtschiffen kümmert sich demnächst ein Androide um das Wohl der Passagiere. Er soll auch die wichtigsten menschlichen Emotionen lesen können.

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          Einen Mitarbeiter wie Sascha Hehn als Traumschiff-Chefsteward brauchen die Schiffe der Aida-Flotte nun endgültig nicht mehr. Sie haben bald einen Roboter. Nicht ein Mitarbeiter wie Traumschiff-Serienfigur Victor Burger soll sich fortan um die Herzen der Reisenden auf hoher See kümmern, sondern ein Technikwesen, das auf den Namen Pepper hört. Der ist 1,20 Meter groß, bewegt sich mit 17 Gelenken an Hals, Armen und Beinen, bringt 28 Kilogramm auf die Waage und kommt auf drei Laufrädern voran. Vom Aussehen ist er in etwa eine Mischung aus dem Star-Wars-Roboter C-3PO und dem „Roboz“ aus der Achtziger-Jahre-Fernsehserie „Trio mit vier Fäusten“. Doch „Roboz“ war orange, Pepper ist weiß wie das Oberhemd von Steward Victor. Und er spricht Deutsch, Englisch und Italienisch – beste Voraussetzung, um mit den Passagieren auf den Schiffen von Aida und der italienischen Muttergesellschaft Costa in Kontakt zu treten.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wie die Costa-Gruppe mitteilt, werde der Roboter Gäste auf der Reise unterstützen. Er soll ihnen beim Einchecken an Bord helfen, Veranstaltungs- und Ausflugstipps geben. Ein berührungsempfindlicher Bildschirm ist auf seiner Brust montiert. Doch einfach drauflosbrabbeln, wenn es Passagieren lästig ist, soll Pepper nicht. Die Reederei verspricht, er sei der „erste Roboter, der die wichtigsten menschlichen Emotionen lesen kann“. Im Kopf trägt er dafür eine 3D-Kamera. Welchen Charme er zeigt, ist bislang nicht bekannt. Offen ist auch, wie Passagiere, die mitunter mehr als 1000 Euro für ihren Schiffstörn bezahlen, reagieren, wenn zur Begrüßung eine Plastikgestalt auf sie zurollt. Michael Thamm, der Vorstandschef der Costa-Gruppe, ist überzeugt: „Unsere Gäste werden Pepper lieben.“

          Bislang mixen Roboter nur Cocktails

          Roboter als Servicekräfte sind in der Hotellerie weniger eine scherzhafte Vision als ein ernsthaft diskutierter Zukunftsplan. So könnten Elektrowesen Wege weisen oder gar den Zimmerservice übernehmen und ein Tablett mit georderten Speisen an der Tür abstellen. Das Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation forscht seit längerem an der Zukunft von Hotels. Ein Thema sind die Situationen, in denen ein Gast ohne persönlichen Kontakt zu einem Service-Mitarbeiter auskommen kann, das Gespräch von Angesicht zu Angesicht möglicherweise gar nicht vermisst.

          Der wirtschaftliche Vorteil für Hotels: Das Personal könnte sich dann mehr Zeit für Gäste nehmen, wenn es dringend nötig ist. Nicht immer geht es in Studien um Gestalten, die sich auf Rollen fortbewegen. Auch Großbildschirme mit virtuellen Assistenten oder projizierte Hologramme sind in der Diskussion. Über Pilotversuche wie bei einem amerikanischen Zimmermädchenroboter ist der Technikeinsatz in der Branche aber noch nicht hinausgekommen. Die Reederei Royal Caribbean lässt zwar Roboter Cocktails mixen, doch die elektronischen Barkeeper sehen eher wie die Schwenkarme der Maschinen in Autofabriken aus.

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          Die Aida-Roboter mit menschenähnlicher Statur liefert der französische Hersteller Aldebaran, eine Tochtergesellschaft des japanischen Softbank-Konzerns. Nach Angaben des Herstellers ist er mit einer „High-Level-Schnittstelle“ ausgestattet, um Emotionen zu erkennen, seine Umwelt zu berücksichtigen und selbst Gespräche anzubahnen. Aldebaran baut seit Jahren humanoide Roboter, die in Forschung, Bildung und Pflege eingesetzt werden können – und nun auch im Tourismus. Ab dem Frühjahr sollen der erste Pepper und ein baugleiches Abbild ihren Dienst auf dem neusten Aida-Dampfer, der Aida Prima, sowie auf dem Costa-Diadema-Schiff antreten. Bis zum Sommer folgen weitere Schiffe. „Für uns ist dies ein wichtiger Schritt in die digitale Zukunft“, sagt Thamm. Eine Sorge soll auch bereits ausgeräumt sein: Stürmisches Wetter und Seegang hat Pepper nach Reedereiangaben bei einer Probefahrt gut überstanden.

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