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Drittgrößter Musikkonzern : Youtube-Manager führt künftig Warner Music

Robert Kyncl, 1970 in der Tschechoslowakei geboren, ist als Chief Business Officer derzeit einer der wichtigsten Manager von Youtube. Bild: Jens Gyarmaty

Noch ist er einer der wichtigsten Manager von Youtube: Anfang 2023 folgt Robert Kyncl dann auf Steve Cooper an der Spitze des drittgrößten Musikunternehmens der Welt. Sein Tech-Hintergrund dürfte den Ausschlag gegeben haben.

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          Die Warner Music Group hat einen Nachfolger für Steve Cooper gefunden. An der Spitze des drittgrößten Musikunternehmens der Welt folgt Anfang kommenden Jahres der bisherige Chief Business Officer von Youtube , Robert Kyncl, auf den 75 Jahre alten Manager. Wie Warner am Mittwoch mitteilte, werden Cooper und Kyncl für den Januar kommenden Jahres eine Doppelspitze bilden, um den Übergang zu gewährleisten. Ab Februar soll Kyncl dann alleine übernehmen und auch Coopers Sitz im Board des Unternehmens übernehmen.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Steve Cooper führt Warner seit August 2011. Sein bevorstehender Abgang war im Juni dieses Jahres bekanntgegeben worden. Kyncl wiederum hatte Ende August seinen Abschied bei Youtube angekündigt, wo er seit 2010 tätig ist.

          Warner schreibt ihm in der Mitteilung eine „zentrale Rolle“ mit Blick auf Youtubes Strategie und den Einfluss des Dienstes sowie nicht zuletzt die Einführung der Abo-Dienste wie Youtube Music zu. Zumindest ein gewisser Bezug zur Musikindustrie dürfte durch Lizenzverhandlungen also vorhanden sein.

          Nach Jahren der Konfrontation hat sich das Verhältnis zwischen Youtube und der Musikindustrie, nicht zuletzt durch Youtube Music, seit einiger Zeit erheblich entspannt. Bis 2025 will Youtube Spotify als die größte einzelne Einnahmequelle für die Musikindustrie ablösen, so das hausinterne Ziel. Vor seiner Station bei Youtube hatte der heute 52 Jahre alte Kyncl sieben Jahre für Netflix gearbeitet.

          Wachstum abseits von Spotify & Co im Blick

          Kyncl Verständnis von Technologie werde vielfältige neue Möglichkeiten für Interpreten, Songwriter und ihre Teams eröffnen, wird Len Blavatnik in der Mitteilung zitiert. Access Industries, die Beteiligungsgesellschaft des Milliardärs, hält die Mehrheit am im Juni 2020 an die Börse zurückgekehrten Musikunternehmen. Cooper war kurz nach der Übernahme durch Access zu Warner gestoßen.

          Die Betonung von Kyncls Tech-Hintergrund dürfte kein Zufall sein: Wie andere in der Branche – neben Warner allen voran die beiden anderen sogenannten Majors, Sony und Marktführer Universal Music – verspricht sich das Unternehmen viel von neuen digitalen Vermarktungsmöglichkeiten fernab der Musik-Streamingdienste. Neben Tiktok oder Peloton wird hier nicht zuletzt das Metaverse gerne genannt. Warner zählt hier zu den Vorreitern und hält beispielsweise auch eine Minderheitsbeteiligung an der Gaming-Plattform Roblox.

          Kyncl sprach im Zuge der Bekanntgabe von einer „einmaligen Gelegenheit“. Warner sei bestens aufgestellt für die Zukunft. und er freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Führungsteam. Namentlich erwähnte er hier Max Lousada, den Verantwortlichen für die Label-Sparte sowie den Chef des Musikverlags Warner Chappel, Guy Moot und mit Carianne Marshall die Verantwortliche fürs operative Geschäft des Verlags. Gerade Lousada war in Branchenmedien als ein interner Kandidat für die Nachfolge von Cooper genannt worden.

          Während Sony und Universal seit Jahren mit Rob Stringer und Lucian Grainge von Branchenurgesteinen geführt werden, hat Warner eine gewisse Erfahrung mit externen Managern: Steve Cooper war vor seinem Wechsel zu Warner unter anderem für den Filmproduzenten Metro-Goldwyn-Mayer und die Telekommunikationsgesellschaft Hawaiian Telcom.

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