https://www.faz.net/-gqe-9sv31

Risse in Boeing-Jets : Tuifly und Sunexpress geben Entwarnung, Ryanair entspannt

  • Aktualisiert am

Eine Boeing 737 steht in Hannover auf dem Flughafen Bild: dpa

Auch das Vorgängermodell der 737 Max bereitet Boeing Sorgen. Wo die Tragflächen mit dem Rumpf verbunden sind, kann es Risse geben. Eine Fluglinie hat Maschinen aus dem Verkehr gezogen, andere geben Entwarnung.

          2 Min.

          Die Ferienflieger Tuifly und Sunexpress geben angesichts der Risse an Boeing-Jets vom Typ 737 NG bei anderen Airlines für ihre eigenen Flotten Entwarnung. „Wir führen alle Checks gemäß den Herstellervorgaben durch und haben einige Flugzeuge auch vorsorglich überprüft“, sagte ein Tui-Sprecher am Freitag in Hannover. „Dabei haben wir keine Auffälligkeiten gefunden.“ Der Lufthansa-Ableger Sunexpress, der wie Tuifly auf der Kurz- und Mittelstrecke auf diesen Flugzeugtyp setzt, musste 20 Jets überprüfen. Es habe aber keine Auffälligkeiten oder gar Strukturrisse gegeben, sagte eine Sprecherin.

          Zuvor hatte die australische Fluggesellschaft Qantas bei drei ihrer Maschinen Haarrisse entdeckt. Die Risse lagen an einer Stelle, an der die Tragflächen am Rumpf befestigt sind. Im Luftfahrt-Jargon nennt man diese Teile „Pickle Forks“, weil sie an Gurkengabeln erinnern. Die betroffenen Maschinen seien aus dem Verkehr gezogen worden, hieß es. Insgesamt sollen nun 33 Maschinen im Bestand von Qantas noch vor der üblichen Inspektionsfrist kontrolliert werden.

          Ryanair bleibt entspannt

          Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hatte den Betreibern der 737 NG vor einigen Wochen entsprechende Checks ab einer bestimmten Zahl an Flugzyklen vorgeschrieben. Der Ferienflieger Sunexpress, der zur Lufthansa und der Fluggesellschaft Turkish Airlines gehört, hat 65 Maschinen der Reihe in der Flotte, von denen der Sprecherin zufolge 20 untersucht werden mussten.

          Tuifly, die deutsche Fluglinie des Reisekonzerns Tui, betreibt 39 Jets des Typs. Viele davon seien noch gar nicht so alt, dass sie unter diese Checks fielen, sagte der Sprecher. Im Ferienfluggeschäft würden die Maschinen viel weniger geflogen als bei Billigfliegern in den Vereinigten Staaten. „Dadurch sind unsere Flugzeuge viel weniger beansprucht.“

          Europas größter Billigflieger Ryanair, dessen Flotte ebenfalls komplett aus 737-NG-Maschinen besteht, hatte sich schon zuvor trotz der Nachrichten aus Australien entspannt gezeigt: „Ryanair überprüft ihre Flugzeuge weiterhin in Übereinstimmung mit den Lufttüchtigkeitsanweisungen und erwartet keine Auswirkungen auf unsere Verbindungen oder Flottenverfügbarkeit.“

          737-Max-Ausfall sorgt für hohe Kosten

          Die Boeing 737 NG ist das Vorgängermodell der 737 Max. Die 737-Max-Modelle sind seit Mitte März wegen zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten mit Flugverboten belegt. Als eine entscheidende Unglücksursache gilt ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm von Boeing. Ob und wann die Maschinen wieder abheben dürften, ist von internationalen Aufsichtsbehörden abhängig und derzeit unklar.

          Tuifly und Sunexpress hätten in diesem Jahr auch ihre ersten Jets vom Typ 737 Max erhalten sollen, doch dann verhinderte das Flugverbot die Auslieferung. Die fehlenden Flugzeuge für die wichtige Sommersaison mussten sich beide Fluglinien deshalb samt Besatzungen von anderen Fluggesellschaften mieten. Die hohen Kosten dafür zehren bei Tui kräftig am Gewinn. Sunexpress macht dazu keine Angaben.

          Im Gegensatz zu Tuifly, Sunexpress und Ryanair setzen die Fluggesellschaften Easyjet, Condor und Laudamotion sowie die Lufthansa samt Eurowings auf der Kurz- und Mittelstrecke auf das Konkurrenzmodell Airbus A320 und dessen Neuauflage A320neo. Die Lufthansa hat ihre letzte Boeing 737 bereits vor einigen Jahren aus ihrer Flotte verabschiedet.

          Weitere Themen

          Legende  mit Buckel

          Welterfolg des Jumbojets : Legende mit Buckel

          Vor 50 Jahren stellte Pan Am die erste Boeing 747 in Dienst. Es wurde ein Welterfolg. Erst der Jumbojet ermöglichte vielen Menschen das Fliegen. Fast sechs Milliarden Menschen sind inzwischen mit der 747 abgehoben.

          Topmeldungen

          Viel zu erzählen: Bolton, Pompeo und Trump im Oval Office im Februar 2019

          Ukraine-Affäre und Impeachment : Das fehlende Bindeglied

          Trumps Verteidiger fordern im Impeachment-Prozess Beweise. Da gelangen Teile von Boltons Buchmanuskript an die Öffentlichkeit und bringen Trump in Bedrängnis. Das Weiße Haus reagiert umgehend.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.