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Ringen um französischen Industriekonzern : Regierung unterstützt Fusion von Siemens und Alstom

  • Aktualisiert am

Deutsch-französische Hochgeschwindigkeit: Links ein TGV von Alstom, rechts der ICE von Siemens. Bild: dpa

Neben General Electric greift nun auch Siemens nach dem Rivalen Alstom. Die Bundesregierung begleitet die Pläne des Münchner Konzerns offenbar „wohlwollend“ - jedoch ohne im Moment selbst aktiv zu werden.

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          Im Bieterkampf um Alstom befürwortet die Bundesregierung eine Übernahme von Teilen des französischen Technologiekonzerns durch Siemens. Der amerikanische Rivale General Electric (GE) hätte in diesem Fall das Nachsehen. Eine deutsch-französische Verbindung biete große industriepolitische Potenziale für beide Länder, teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit. Mit Frankreich werde eine Kooperation im Energiesektor angestrebt.

          Bild: FAZ.NET/Statista - Lizenz: CC BY-ND 3.0

          Aus hochrangigen Regierungskreisen erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters, die Bundesregierung begleite die Siemens-Pläne „wohlwollend“, jedoch ohne im Moment selbst aktiv zu werden. Eine Partnerschaft Siemens/Alstom wäre für Deutschland offensichtlich besser als Alstom/GE. GE verhandelt mit Alstom über einen milliardenschweren Kauf der Sparte für Energietechnik, am Wochenende hatte sich auch Siemens ins Spiel gebracht.

          Der Münchner Konzern bietet den Franzosen einen weitreichenden Tausch von Geschäftsbereichen an: Die Deutschen übernehmen das größere Energiegeschäft mit Turbinen für Kraftwerke und die Netzwerktechnik, die zusammen für 70 Prozent des Alstom-Umsatzes stehen. Allein dafür setzen sie einen Unternehmenswert von 10 bis 11 Milliarden Euro an. Im Gegenzug erhielte Alstom die Aktivitäten in der Verkehrstechnik von Siemens mit den Hochgeschwindigkeitszügen ICE, den Lokomotiven und den Nahverkehrszügen. Gemeinsam würden Siemens und Alstom bezogen auf den Umsatz zu GE aufschließen, wie unsere Grafik von Statista zeigt, wobei GE einen beachtlichen Teil seines Umsatzes von 106,2 Milliarden Euro mit Finanzdienstleistungen macht.

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