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Rheintalstrecke : Auf ganz neuem Gleis

Keine Atempause: Es geht voran an der Rheintalstrecke. Um den Imageschaden gering zu halten, drückte die Deutsche Bahn aufs Reparaturtempo. Bild: dpa

Seit sechs Wochen ist die Rheintalstrecke gesperrt – vor allem für den Güterverkehr ein Desaster. Jetzt gibt es endlich ein Datum, wann die Strecke wieder freigegeben wird.

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          Nach dem Baufiasko die guten Nachrichten aus dem Rheintal: Auf einer der verkehrsreichsten Schienenstrecken Europas rollt der Verkehr bald wieder. Und zwar in neun Tagen, am 2. Oktober, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Den Angaben zufolge gehen die Reparaturarbeiten an der Baustelle in Rastatt planmäßig voran. Am 12. August hatte sich ein Betonsegment in der Tunnelröhre verschoben, die nur knapp fünf Meter unter den Gleisen der Rheintalbahn durchführt. Wasser und Erdreich drangen ein, und die Gleise darüber senkten sich ab. Seitdem ist der Zugverkehr unterbrochen. Reisende müssen in Busse umsteigen. Der Güterverkehr wurde teilweise auf die Straße verlegt.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Diese Situation kommt teuer und nagt gewaltig am Image – deshalb drückt die Bahn aufs Reparaturtempo. Zuletzt wurde auf den beiden massiven Betonplatten, die über den Tunnelröhren für zusätzliche Stabilität sorgen sollen, Grundschotter aufgetragen. Am Freitag bauten Arbeiter die letzten Gleisjoche ein, also vormontierte Einheiten aus Schienen und Schwellen. „Damit liegen erstmals wieder durchgehend Gleise in dem Bereich“, erläuterte die Bahn.

          Die nächsten Schritte: Schotter kommt zwischen die Schwellen, und dann tauscht man die Montageschienen gegen neue Schienen aus. Diese Schienen werden schließlich verschweißt und das Gleis danach gerichtet und stabilisiert, bis Bauleute dann die neuen Oberleitungsmasten errichten und die Oberleitung montieren.

          Unterdessen haben die DB und die Arge Tunnel Rastatt Vereinbarungen abgeschlossen, um langwierige Gerichtsprozesse zur Klärung der Havarieursache zu vermeiden. „Ein gemeinsames Team aus technischen und juristischen Gutachtern soll innerhalb der kommenden sechs Monate zu einem Ergebnis kommen und einen Schlichtungsvorschlag unterbreiten“, hieß es. Komme es zu keiner Einigung, werde ein Verfahren vor einem Schiedsgericht angestrebt.

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