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Rheinmetall winkt Milliardenauftrag : Panzer für Algerien

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Radpanzer Fuchs von Rheinmetall: Hier im Einsatz der Bundeswehr Bild: obs

Deutschlands Rüstungsindustrie steht laut einem Medienbericht vor milliardenschweren Geschäften mit Algerien. Rheinmetall soll 980 Radpanzer des Typs „Fuchs 2“ an den autoritären Staat liefern. Wirtschaftsminister Gabriel will das Geschäft nicht stoppen.

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          Deutsche Industriekonzerne stehen laut einem Zeitungsbericht vor milliardenschweren Rüstungsgeschäften mit Algerien. Wie das „Handelsblatt“ (HB, Mittwoch) berichtet, wird Rheinmetall in den kommenden Wochen mit dem Land einen Vertrag zur Produktion von 980 Radpanzern des Typs „Fuchs 2“ unterzeichnen. Von der Lieferung einer kompletten Panzerfabrik ist die Rede. Das Gesamtvolumen des Auftrags liege bei 2,7 Milliarden Euro, schreibt das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Rheinmetall-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage „weder bestätigen noch dementieren“. Die Rheinmetall-Aktien legten am Morgen deutlich zu.

          Dem Blatt zufolge soll ThyssenKrupp zudem zwei Fregatten liefern und der Autokonzern Daimler sei „Technologiepartner“ für die Produktion von Lastwagen und Militärfahrzeugen. Insgesamt seien Projekte im Wert von zehn Milliarden Euro vereinbart, berichtet die Zeitung. Die Unternehmen äußerten sich dem Blatt gegenüber nicht.

          Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will den Vertrag mit Algerien Regierungskreisen zufolge nicht nachträglich stoppen. Es gebe derzeit keinen Anlass, die von der früheren schwarz-gelben Bundesregierung erteilten Genehmigungen zurückzuziehen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am
          Mittwoch aus den Kreisen. Andernfalls hätten die beteiligten Rüstungskonzerne „erhebliche Schadenersatzansprüche“, die in den Milliardenbereich gehen könnten. Die Sicherheitslage in Algerien habe sich nicht verändert, der nordafrikanische Staat sei kein Bürgerkriegsland, hieß es weiter.

          Der anstehende Milliardenauftrag schob die Papiere von Rheinmetall im frühen Handel kräftig an. Kurz nach Handelsstart gewannen die Aktien des Rüstungsunternehmens und Automobilzulieferers 3,18 Prozent auf 52,54 Euro. Der MDax rückte um 0,27 Prozent vor. Ganz überraschend wäre dieser Auftrag laut Commerzbank-Analyst Stephan Böhm nicht, nachdem es entsprechende Andeutungen des Konzerns anlässlich des Berichts über das erste Quartal gegeben habe. „Das einzig Neue ist das Gesamtauftragsvolumen, das wahrscheinlich die lebenslange Wartung der Fahrzeuge mit beinhaltet“, schrieb er. Analyst Markus Turnwald von der DZ Bank äußerte sich ebenfalls überrascht über das Gesamtvolumen des Vertrags.

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