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Rüstung : Rheinmetall prüft Einstieg beim Panzerhersteller KNDS

Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall hat seinen Sitz in Düsseldorf. Bild: dpa

Beteiligt sich der Düsseldorfer Rüstungskonzern an der Konkurrenz in München? Das Ziel zumindest scheint klar: Es geht um einen Panzer.

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          Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall liebäugelt mit einem Einstieg beim Münchner Konkurrenten Krauss-Maffei Wegmann (KMW). In einer Ad-hoc-Meldung bestätigte Rheinmetall am Montagnachmittag Gespräche über einen möglichen Erwerb einer Beteiligung an der KMW + Nexter Defense Systems N.V. (KNDS). Das ist die deutsch-französische Muttergesellschaft von KMW.

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Auch über sonstige Formen der Kooperation werde mit der Wegmann Holding gesprochen. Abhängig vom Ausgang einer weiteren Prüfung will der Vorstand dann über das weitere Vorgehen entscheiden. Im Gegensatz dazu hielten sich die Verhandlungspartner am Montag strikt bedeckt: Weder KMW in München noch die in den Niederlanden angesiedelte Holdinggesellschaft KNDS wollte sich auf Anfrage der F.A.Z. zu den Gesprächen äußern.

          Die Finanzszene reagierte prompt. Mit einem Kursanstieg von knapp 5 Prozent auf 83 Euro führte die Rheinmetall-Aktie daraufhin den M-Dax klar an.

          Das Interesse von Rheinmetall richtet sich auf den Bau eines neuen Kampfpanzers, der von KNDS gemeinsam gebaut wird und den betagten Vorgänger „Leopard 2“ in den kommenden Jahren ersetzen soll. Eigens für dieses Vorhaben schloss sich der Münchner Hersteller KMW mit dem französischen Staatskonzern Nexter vor drei Jahren zusammen. Den Bedarf an neuen Kampfpanzern für die europäischen Streitkräfte bezifferte KMW-Chef Frank Haun schon vor geraumer Zeit auf insgesamt etwa 5000 in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Das entspricht einem Auftragsvolumen von rund 75 Milliarden Euro, das auf mehrere Streitkräfte in Europa entfällt.

          Bis der Nachfolger des „Leo 2“ auf den europäischen Markt rollt, profitieren die Ausrüster vom Ersatzbedarf der Streitkräfte. So soll KMW für die Bundeswehr 100 Leo-2-Panzer modernisieren und wickelte unlängst einen schon vor Jahren genehmigten Exportauftrag für Panzer und Artillerie an das Wüstenemirat Qatar ab. Auftrieb für das Rüstungsprojekt kommt von Politikern in Berlin und Paris, die gemeinsame Rüstungsvorhaben forcieren wollen.

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