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Luftverkehr : Flughafen Hahn soll an Chinesen verkauft werden

  • -Aktualisiert am

Vorfeld des Flughafens Hahn im Hunsrück Bild: dpa

Das Land Rheinland-Pfalz will den verlustreichen Regionalflughafen Hahn verkaufen. Jetzt ist sich das Land mit chinesischen Investoren offenbar fast einig.

          Der zum Teil dem Land Hessen gehörende Hunsrück-Flughafen Hahn wird voraussichtlich an eine chinesische Unternehmensgruppe verkauft. Nach Informationen der F.A.Z. ist sich das Land Rheinland-Pfalz, mit 82,5 Prozent Haupteigentümer des defizitären Flughafens, mit einem Konzern aus Fernost weitgehend einig. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hat der Deutschen Presse-Agentur bestätigt, dass die Verhandlungen „auf der Zielgeraden“ seien.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mehrere Medien hatten zuletzt über das Interesse des Unternehmensverbundes HNA berichtet, zu dem die Fluggesellschaft Hainan Airways und die Luftfrachtlinie Yangtze River Express gehören. In Europa hält HNA unter anderem eine Beteiligung an der NH-Hotelkette. Die Chinesen sind offenbar am Erwerb des Flughafens sowie an einer Option auf diverse Grundstücke interessiert.

          Spekulationen zufolge soll es sich beim Kaufpreis um eine Summe in niedriger zweistelliger Millionenhöhe handeln. In Rheinland-Pfalz hofft man, dass die HNA-Gruppe den Flughafen künftig anfliegen wird und dass dort industrielle Arbeitsplätze entstehen.

          Weil Hessen 17,5 Prozent der Flughafenanteile hält, muss auch hier der Landtag einem Verkauf zustimmen. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) kündigte in einem Schreiben an Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) kürzlich eine „sehr wahrscheinliche“ Sondersitzung des Haushaltsausschusses an, die dem Vernehmen nach binnen der nächsten zehn Tage stattfinden soll. „Hintergrund ist eine in der Endphase der Verhandlungen befindliche Veräußerungsangelegenheit, deren Vollzug sehr engen zeitlichen Restriktionen unterliegt“, heißt es in dem Schreiben.

          Chinas HNA mischt Europas Luftfahrt auf

          Der chinesische Mischkonzern will nicht nur den Flughafen Hahn kaufen, er weitet auch sonst seine Einkaufstour in Europa aus. Das Unternehmen sondiert auch den Einstieg bei Servair, dem Spezialisten für Bordverpflegung (Catering) von Air France. In den exklusiven Verhandlungen zwischen HNA und der französischen Fluggesellschaft geht es um den Kauf eines Pakets von knapp 50 Prozent. Das Catering-Unternehmen, das über seine 200 Stützpunkte in der Welt etwa 300 Unternehmenskunden versorgt, wird insgesamt mit 475 Millionen Euro bewertet. Die auf Luftfahrt und Touristik konzentrierte HNA-Gruppe hatte im April den Kauf der Schweizer Gategroup für 1,3 Milliarden Euro verkündet, um so zum globalen Branchenführer im Catering aufzusteigen. Zudem stehen die Unterhändler aus der chinesischen Provinz Hainan mit den Eigentümern der Fluggesellschaft Virgin Australia in Kontakt, um sich dort mit 13 Prozent zu beteiligen. Um sich in Europa als Flughafen-Betreiber zu profilieren, hatte HNA 2015 mit dem Kauf von Swissport für 2,6 Milliarden Euro den größten Boden- und Frachtdienstleister der Welt erworben. (ufe.)

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