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Prognose gekappt : Renault schockt die Börse

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Renault muss seine Prognose kappen. Bild: Renault

Renault hat seine Umsatz- und Gewinnziele gekürzt. Die schwächelnde Autonachfrage trifft den französischen Autokonzern stärker als bislang gedacht. Der Aktienkurs verlor bis zu 14 Prozent.

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          Die schwächelnde Auto-Nachfrage erwischt den französischen Hersteller Renault in seiner Führungskrise noch stärker als gedacht. Nachdem das vorige Management seine Hoffnung auf einen Umsatzanstieg schon im Juli begraben hatte, geht das neue Führungsteam sogar von einem merklichen Rückgang aus.

          Die Erlöse dürften 2019 voraussichtlich um 3 bis 4 Prozent sinken, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Boulogne-Billancourt mit. Zudem sollen nur noch etwa 5 statt 6 Prozent der Erlöse als operativer Gewinn beim Konzern hängenbleiben. Zuletzt hatte die Konzernführung beim Umsatz noch ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr angepeilt, wenn man Währungsschwankungen sowie den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen herausrechnet.

          Anleger reagierten am Freitagmorgen geschockt auf die Nachrichten. Der Kurs der Renault-Aktie verlor zeitweise bis zu 14 Prozent und steuerte damit auf den größten Tagesverlust seit 11 Jahren zu.

          Im dritten Quartal sank Renaults Umsatz den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 1,6 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro. Auf bereinigter Basis hätte der Rückgang 1,4 Prozent betragen. Weitere Zahlen zum dritten Quartal will Renault am 25. Oktober veröffentlichen.

          RENAULT

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          Die Landesbank NordLB hat daher das Kursziel für die Aktie von Renault von 46 auf 45 Euro gekappt und die bisherige Einstufung auf „Verkaufen“ belassen. Der Autobauer habe im dritten Quartal nicht überzeugt und die neue Chefin Clotilde Delbos habe offenbar die Gunst der Stunde genutzt, schrieb Analyst Frank Schwope in einer am Freitag vorliegenden Studie. Nachdem ihr Vorgänger Thierry Bollore seien Hut nehmen musste, kämen nun umfangreiche Aufräumarbeiten auf Delbos zu.

          Erst vergangene Woche hatte Renault seinen bisherigen Generaldirektor Thierry Bolloré gefeuert. Interims-Nachfolgerin wurde die bisherige Finanzchefin des Herstellers, Clotilde Delbos. Bolloré führte bei Renault das operative Geschäft. Der Manager war schon unter dem früheren Konzernchef Carlos Ghosn die Nummer zwei bei dem Hersteller gewesen und galt als Kronprinz. Ghosn war im Januar zurückgetreten.

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