https://www.faz.net/-gqe-9s41p

Französischer Autokonzern : Renault schasst Vorstandschef Bolloré

  • Aktualisiert am

Thierry Bolloré im September auf der IAA in Frankfurt Bild: AFP

„Die Brutalität und die völlig unerwartete Natur des Geschehens sind erschütternd“: Thierry Bolloré reagiert geschockt auf seine Absetzung als Renault-Chef. Als treibende Kraft dahinter wird Präsident Jean-Dominique Senard vermutet.

          1 Min.

          Der Aufsichtsrat des französischen Automobilkonzerns Renault hat sich am Freitag für die Absetzung von Vorstandschef Thierry Bolloré ausgesprochen. Bolloré gilt als Vertrauter des geschassten Renault-Chefs Carlos Ghosn. In der Übergangszeit übernehme Finanzchefin Clotilde Delbos die Führung, teilte der Konzern mit. Die Aktie legte nach der Meldung zu. 

          Schon am Donnerstag hieß es, Bolloré habe aus der Presse erfahren, dass Renault-Präsident Jean-Dominique Senard seinen Rückzug wünsche. Es handle sich um einen „beunruhigenden Putsch“, sagte er der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“. Das Treffen des Verwaltungsrats für Freitagvormittag war kurzfristig angesetzt worden. Bolloré ist bei Renault für das operative Geschäft zuständig. Der Manager war schon unter dem früheren Konzernchef Carlos Ghosn die Nummer Zwei bei dem Traditionshersteller.

          Nach der Verhaftung Ghosns in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.

          RENAULT

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Bolloré betonte nun, dass zwischen ihn und Senard eigentlich kein Blatt Papier passen würde und er immer loyal gewesen sei. „Die Brutalität und die völlig unerwartete Natur des Geschehens sind erschütternd“, sagte er. Das Management von Renault habe bewiesen, dass das Unternehmen einen heftigen Sturm überstehen könne. Er sehe im operativen Bereich keine Fehler.

          Das nächste Treffen des Top-Managements von Renault war eigentlich erst für den 18. Oktober geplant. Am Mittwoch hatte sich der französische Staat demonstrativ hinter Senard gestellt. Es werde ihm vertraut, die richtigen Entscheidungen zur Führung des Konzerns zu treffen, sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire nach Angaben seines Ministeriums. Der Staat hat bei Renault eine wichtige Rolle, da er 15 Prozent der Anteile hält.

          Senard, früherer Chef des Reifenherstellers Michelin, war von Renault zur Hilfe gerufen worden, um das Unternehmen nach dem Rückzug von Ghosn zu führen. Renault hat im ersten Halbjahr auch wegen der Schwierigkeiten seines japanischen Partners Nissan einen herben Gewinneinbruch erlitten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.