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Wer baut die meisten Autos? : Renault-Nissan ist die neue Nummer eins in der Welt

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn Bild: Reuters

Aus dem Zweikampf ist ein Dreikampf geworden: Im ersten Halbjahr hat weder Volkswagen noch Toyota die meisten Autos verkauft. Und das, obwohl sie gegenüber dem neuen Spitzenreiter einen Vorteil haben.

          Die Allianz von Renault, Nissan und Mitsubishi Motors meldet für die ersten sechs Monate einen Absatz von 5,268 Millionen Stück und hat sich damit an die Spitze gesetzt. Volkswagen hatte schon zuvor einen Absatz von 5,156 Millionen Stück berichtet.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Am Freitag machte Toyota Motor, eine langjährige Nummer eins, den Triumph von Carlos Ghosn, dem langjährigen Vorsitzenden der Renault-Nissan-Allianz, perfekt. Toyota bezifferte einschließlich der Tochterunternehmen Daihatsu Motor und Hino Motors den Verkauf im ersten Halbjahr global mit 5,129 Millionen Stück. Trotz eines Zuwachses von 2,7 Prozent und trotz eines Verkaufsrekords liegt der japanische Marktführer damit nur noch auf Rang 3.

          Volkswagen hatte im ersten Halbjahr 0,8 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft, die Renault-Nissan-Allianz  inklusive Mitsubishi Motors 7 Prozent mehr als zuvor. Doch nicht dieser überproportional gute Verkaufserfolg hat die Allianz an die Spitze geführt, sondern allein die Addition von Mitsubishi Motors. Nissan hatte sich im vergangenen Jahr mit 34 Prozent an dem kleineren japanischen Autobauer beteiligt, nachdem Mitsubishi Motors durch gefälschte Verbrauchswerte in eine Krise geraten war. Nissan Motor ist mit einem Verkauf von fast 2,9 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr die größte Kraft in der Allianz, vor Renault mit 1,9 Millionen und Mitsubishi Motors mit fast 495.000 Fahrzeugen.

          Die globale Spitzenposition lag lange beim Autobauer General Motors. Toyota übernahm die Führung 2008 von den Amerikanern und hielt sich mit Ausnahme des Tsunami-Jahres 2011 bis 2015 an der Spitze. Zuletzt lieferten die Japaner sich dabei einen harten Wettstreit mit Volkswagen, das 2016 global führte. Während General Motors sich weiter gesundschrumpft, Volkswagens Reputation unter dem Diesel-Skandal leidet und Toyota einen Absatzrekord einfuhr, schiebt sich nun die französische-japanische Kooperation auf Platz eins.

          Der Erfolg der Renault-Nissan-Allianz zählt um so mehr, weil Volkswagen (MAN, Scania) und im kleineren Maße auch Toyota (Hino) in den globalen Verkaufszahlen Lastwagen und Busse mitzählen, die von Renault-Nissan nicht verkauft werden. Mitsubishi Motors’ Lkw-Geschäft unter dem Markennamen Fuso blieb bei Daimler, nachdem der Versuch der Deutschen, eine „Welt AG“ mit Daimler, Chrysler und Mitsubishi Motors zu schaffen, vor einem Jahrzehnt gescheitert war. Im Vergleich ist Ghosn, dessen Renault-Nissan-Allianz 1999 das Licht der Welt erblickte, ein Jahr nach der mittlerweile aufgelösten Fusion von Daimler und Chrysler zur „Welt AG“, erfolgreicher.

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