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Renault-Manager Carlos Ghosn : Das lebende Denkmal bekommt tiefe Risse

Carlos Goshn in Paris Bild: Bloomberg

Als Konzernlenker bei Nissan-Renault leitete Carlos Ghosn eine brüchige Allianz. Nun werfen schwere Vorwürfe einen Schatten auf die Bilanz des Alleinherrschers bei dem französisch-japanischen Autobauer.

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          Im vergangenen Monat saß Carlos Ghosn noch mit Dieter Zetsche scheinbar entspannt in einem Pariser Hotel zusammen, um über ihre Partnerschaft beim Bau von Motoren- und Kleinwagen zu räsonieren. Die beiden Topmanager gaben bislang regelmäßig Auskunft über den Stand ihrer Allianz von Daimler und Renault. Im neunten Jahr der Zusammenarbeit, die durch eine jeweils 3 Prozent hohe Überkreuzbeteiligung untermauert wird, hänge die Kooperation schon lange nicht mehr von einzelnen Personen ab, sondern stehe strukturell auf festen Beinen. „Es ist eine Maschine, die funktioniert“, stellte Ghosn zufrieden fest, Personalfragen seien eher zweitrangig.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Viele Aktionäre sehen personelle Frage jedoch weniger entspannt. Ansonsten hätte die Aktie des Renault-Konzerns, dem Ghosn vorsteht, nicht am Montag um bis zu 13 Prozent an Wert verloren. Schließlich gilt er – in seiner Doppelrolle als Chef von Renault und des japanischen Partners Nissan – schon in seiner aktiven Zeit als eine Art Industrie-Ikone und charismatischste Figur der Branche. Der Status des lebenden Denkmals hat jedoch am Montag tiefe Risse bekommen. Wenn sich die schweren Vorwürfe gegen ihn bewahrheiten, dürfte der Ruhestand des 64 Jahre alten Manager wohl schneller kommen als erwartet.

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