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Übernahme des Grünen Punktes : Remondis will sich zur Not mit dem Kartellamt anlegen

Jede Menge Müll: Im Remondis-Sortierwerk in Bochum wird entschieden, welcher Müll verbrannt oder recycelt wird. Bild: FUNKE Foto Services

Der Entsorgungskonzern Remondis beharrt nach F.A.Z.-Informationen auf der Übernahme des Grünen Punktes. Kommunale Unternehmen sind besorgt. Doch Remondis verhandelt mit dem Kartellamt und erwägt sogar den Gang zum Gericht.

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          Remondis kämpft um den Grünen Punkt, also um die Übernahme des Recyclingsystems Duales System Deutschland (DSD). Das Vorhaben steht kartellrechtlich auf der Kippe. Nach Informationen der F.A.Z. sprachen Remondis-Anwälte in dieser Woche mit dem Bundeskartellamt über Konzessionen, mit denen das Vorhaben noch gelingen soll. Außerdem sei Remondis bereit, die Angelegenheit notfalls beim Oberlandesgericht Düsseldorf anzufechten, ist aus Kreisen zu hören, die mit der komplexen Verhandlungsmaterie vertraut sind. Die DSD-Eigentümer trügen dies nach jetzigem Stand mit – selbst wenn ein solches Verfahren langwierig wäre. Hintergrund dürfte sein, dass die Finanzinvestoren H.I.G. Capital und Blue Bay Schwierigkeiten hatten, in Verhandlungen andere Bieter als Remondis bei der Stange zu halten. So gebe es jetzt keinen Zeitdruck für die Eigner, ist zu hören.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Remondis will dem Investoren-Duo dessen DSD-Anteile abkaufen. Auch das Paket des DSD-Managements rund um Chef Michael Wiener – etwa 20 Prozent – steht zum Verkauf. Remondis ist der mit Abstand größte deutsche Entsorgungskonzern, DSD wiederum der größte Betreiber unter den dualen Systemen, die gegen Entsorgungsgebühren von Industrie und Handel die Abfuhr und Sortierung von Verpackungsabfall organisieren. Die Transaktion ist auch politisch heikel: Kommunale Müllunternehmen könnten unter die Räder kommen und sind gegen die Fusion. Weil DSD Aufträge an Müllunternehmen vergibt, befürchtet das Bundeskartellamt, dass DSD und Remondis nach einer Fusion Wettbewerber benachteiligen. Die Behörde teilte daher Mitte April mit, sie plane nach jetzigem Erkenntnisstand, das Fusionsvorhaben zu untersagen.

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