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Neues Verhütungsmittel : Klimafreundliche Kondome

  • -Aktualisiert am

Releaf gibt sich ganz natürlich. Bild: Releaf

Jugendliche interessieren sich für Klimaschutz – und Sex. Daraus hat ein Start-up aus Hamburg eine Geschäftsidee entwickelt.

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          Der 34 Jahre alte Wirtschaftsingenieur Bennet Müllem hatte an einem lauen Sommerabend 2019 mit Aussicht auf seine Flitterwochen eine Idee: mit dem Verkauf von Kondomen Bäume pflanzen. Er gründete in Hamburg die Releaf GmbH und vertrieb vor einem Jahr die ersten Kondome. Für jedes verkaufte Kondom werde ein Baum in Entwicklungsländern gepflanzt, berichtet Müllem. Es sei das einzige Unternehmen, das durch den Verkauf von Kondomen, die zudem vegan und fair produziert würden, Bäume pflanze.

          Der Kautschuk wird in Thailand von Kleinbauern angebaut und dort zu Latex weiterverarbeitet. Die Produktion der Kondome übernimmt das deutsche Unternehmen Richter Rubber Technology in Malaysia. Müllem hatte überlegt, die Kondome in Deutschland zu produzieren. „Die Kosten, um das Kautschuklatex im Rohzustand nach Deutschland zu bringen, sind jedoch höher als die der fertigen Kondome.“ Kaufen kann man die Kondome in Deutschland und in 13 europäischen Ländern.

          Fast 190.000 Bäume

          Aufforstungspartner ist Eden Reforestation Projects aus Kalifornien, der seit 2005 485 Millionen Bäume gepflanzt hat. In den vergangenen Jahren wurde ein Großteil des ursprünglichen Waldes in Madagaskar und Moçambique abgeholzt. Dem wirkt Releaf mit rund 184.000 gepflanzten Bäumen entgegen.

          Eine Neunerpackung Kondome kostet 10 Euro. „Im Moment kann ich mich selbst noch nicht gerecht bezahlen, was aber wegen der steigenden Zahlen nicht mehr lange so bleiben wird“, sagt Müllem. Er verkaufe rund 22.000 Kondome im Monat. „Dass überhaupt ein Plus zustande kommt, obwohl ich auf die fair bezahlten Arbeitskräfte und die hohe Qualität setze, liegt auch daran, dass Kondome in der Massenproduktion recht wenig kosten.“

          Das Unternehmen wirbt über die sozialen Medien. Viele junge Leute seien auf diesen Plattformen unterwegs, sagt Müllem. Sie interessierten sich für den Klimaschutz – und für Sex.

          Der Artikel stammt aus dem Schülerprojekt „Jugend und Wirtschaft“, das die F.A.Z. gemeinsam mit dem Bundesverband deutscher Banken veranstaltet.

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