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Reisebranche in der Krise : Der Preis der Warnungen

Viel Platz für Abstand: Strand in der Türkei Bild: Getty

Dass vor Reisen in rund 160 Länder gewarnt wird, kritisieren die Reisebranche und die FDP. Ein Gutachten sieht kaum Chancen, vom Staat Regress zu fordern. Stattdessen könnte die pauschale Reisewarnung differenziert werden.

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          Es geht nach Mallorca oder Kreta – das Reisegeschäft läuft nach der Corona-Pause wieder an. Urlauber packen Koffer, auch wenn deutlich weniger als 2019 ins Ausland aufbrechen. Reiseunternehmen atmen aber nur zum Teil auf. Denn für Ziele in rund 160 Ländern der Welt steht ihr Geschäft weiter still, eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts besteht noch fort. „Die pauschale Reisewarnung verunsichert die Kunden und ist insbesondere für viele Spezialreiseveranstalter existenzbedrohend“, sagt Norbert Fiebig, der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV).

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch Hoffnungen, sich zur Wehr zu setzen und Ersatzansprüche wegen der weitreichenden Warnung an den Staat zu richten, zerschlagen sich. Ein Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags, das der F.A.Z. vorliegt, kommt zu dem Schluss: Ein Amtshaftungsanspruch, weil das Ministerium sehr viel – oder gar zu viel – warne, sei „nicht gegeben“. Denn aus Reisewarnungen ergebe sich „keine unmittelbare Rechtsfolge“, sie seien nicht gesetzlich geregelt.

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