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Reduzierte Preisspanne : Deutsche Annington geht nun doch an die Börse

  • Aktualisiert am

Die Firmenzentrale der Deutschen Annington in Bochum Bild: picture alliance / dpa

Wenige Tage nach der Absage will die Deutsche Annington doch an die Börse gehen. Institutionelle Investoren können bis zu 34,85 Millionen Aktien von Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern zeichnen

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          Zickzackkurs bei der Deutschen Annington: Nur wenige Tage nach der Absage will Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern nun doch an die Börse gehen.

          Am Dienstag und Mittwoch können institutionelle Investoren bis zu 34,85 Millionen Aktien der Deutschen Annington in einer auf 16,50 bis 17,00 Euro reduzierten Preisspanne zeichnen, wie das Unternehmen am Dienstag überraschend mitteilte. Damit kann der Börsengang ein Volumen von bis zu 592 Millionen Euro erreichen, halb so viel wie beim ersten, in der vergangenen Woche gescheiterten Anlauf.

          Zeichnen dürfen dann allerdings nur Fonds und andere große Anleger, Privataktionäre sind ausgeschlossen. Dafür macht Annington-Eigentümer Terra Firma doch Zugeständnisse bei der Preisspanne. Die bis zu 34,85 Millionen Papiere sollen 16,50 bis 17 Euro kosten. Für 18 bis 21 Euro hatte der Vermieter von mehr als 180.000 Wohnungen in der vergangenen Woche nicht genügend Interessenten gefunden.

          Bereits am Donnerstag soll die Annington-Aktie ihr Debüt an der Frankfurter Börse geben. Der Börsengang fällt damit aber nur halb so groß aus wie ursprünglich geplant. Doch er erfüllt den Zweck für das Unternehmen. Denn mindestens 400 Millionen Euro sollen der Deutschen Annington selbst zufließen - genau die Summe, die sie braucht, um ihre Refinanzierung auf neue Beine zu stellen. „Wir freuen uns, dass wir den geplanten Börsengang der Deutschen Annington heute fortsetzen können“, sagte der erst seit wenigen Monaten amtierende Vorstandschef Rolf Buch. „Ein erfolgreicher Börsengang ermöglicht es uns, die Verbreiterung unserer Finanzierungsstruktur zu beschleunigen.“

          Die Deutsche Annington will künftig unbesicherte Anleihen begeben, die billiger sind als die verbrieften Hypotheken-Darlehen (CMBS), die sie 2006 aufgenommen hatte. Doch dafür braucht sie eine „BBB“-Note, die ihr die Ratingagentur Standard & Poor’s in Aussicht gestellt hatte - wenn die Schulden um 400 Millionen Euro reduziert würden und mit 5,2 Milliarden Euro nur noch die Hälfte des Verkehrswertes der Wohnungen erreichten. Der Finanzinvestor Terra Firma begnügt sich beim Börsengang mit einem Erlös von rund 180 Millionen Euro.

          Am oberen Ende der Preisspanne wird die Deutsche Annington nun mit rund 3,8 Milliarden Euro bewertet. Investoren hatten einen deutlichen Preisabschlag zum Nettovermögenswert (NAV) der Wohnungen von 4,25 Milliarden Euro gefordert. Ein mit dem Börsengang befasster Banker hatte schon in der vergangenen Woche gesagt, die Aktien ließen sich zu 17 Euro am Markt unterbringen.

          Das Vorgehen der Annington erinnert an die Börsengänge des Chemiekonzerns Evonik und des Versicherers Talanx. Letzterer hatte im September 2012 ebenfalls schon abgesagt und wenige Tage später einen neuen und letztlich erfolgreichen Anlauf genommen, mit einem verkleinerten Volumen. Inzwischen ist die Talanx-Aktie fast ein Viertel teurer als zum Ausgabepreis. Evonik hatte seine Papiere im Frühjahr vor dem Börsengang ebenfalls nur an einen kleinen Kreis von Investoren verkauft. Sie haben seither allerdings rund ein Viertel an Wert verloren.

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