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Energy-Drink : Ibiza-Video beflügelt Red Bull

Ein Kühlschrank mit Red-Bull-Getränken Bild: dpa

Der Skandalfilm um den FPÖ-Politiker Strache – in dem auch viel Wodka-Red-Bull floss – hatte einen siebenstelligen Werbewert für den Weltmarktführer für Energiegetränke aus Österreich.

          Nach Bekanntwerden der Affäre um die Korruptionsbereitschaft von freiheitlichen Spitzenpolitikern in Österreich hat der Salzburger Getränkehersteller Red Bull von dem Desaster profitiert. Vor einer Woche wurde ein heimlich gedrehtes Video auf der Insel Ibiza über den inzwischen zurückgetretenen Vizekanzler und freiheitlichen Parteivorsitzenden Heinz-Christian Strache und dessen Fraktionsvorsitzenden mit einer vermeintlichen russischen Olegarchin mit angeblichen Investitionsabsichten in der Alpenrepublik veröffentlicht, das den Zerfall der Koalitionsregierung aus ÖVP und FPÖ zur Folge hatte. Die ausführliche Berichterstattung über den Konsum von Wodka-Red-Bull bei dem Treffen hatte einen siebenstelligen Werbewert für den Weltmarktführer von Energiegetränken.

          Michaela Seiser

          Wirtschaftskorrespondentin für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.

          Alleine die Nennungen in den österreichischen Printmedien innerhalb der ersten Woche nach dem Platzen des Skandals ergab einen Werbewert von 1,32 Millionen Euro, belegt eine Untersuchung der Austria Presseagentur. Nicht berücksichtigt sind audiovisuelle Erwähnungen oder soziale Netze. Schließlich wird Red Bull als Getränk bei einem Essen mit Sushi, Seebarsch-Carpaccio, Thunfischtatar, Champagner und Wodka zitiert.

          Red Bull ist nicht nur eine der wichtigsten Marken zwischen Wien und Bregenz, dessen Erfolgsgeschichte vor drei Jahrzehnten begann und den Teilhaber und Gründer Dietrich Mateschitz zum mit Abstand reichsten Österreicher gemacht. Sein Vermögen wird auf bis zu 17 Milliarden Euro geschätzt. Vom Unternehmenssitz im beschaulichen Fuschl am See im Salzkammergut aus hat er mit der Aufputschmixtur die Getränkewelt umgekrempelt. Red Bull ist die österreichische Marke mit der wohl größten globalen Bekanntheit.

          Nach Einschätzung des European Brand Institute war der Hersteller im vergangenen Jahr mit 15,4 Milliarden Euro die drittwertvollste Getränkemarke der Welt hinter Coca-Cola (61,2 Milliarden Euro) und Pepsi (43,8 Milliarden Euro). Im Jahresabschluss ist die Marke Red Bull nur mit einigen Millionen Euro bilanziert. Damit verfügt der Salzburger Getränkeriese über eine stille Reserve in Milliardenhöhe.

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